Ein Team von Wissenschaftlern rund um Mauro Ferrari vom Houston Methodist Research Institute gelang es dank des Einsatzes von Nanopartikeln die Effizienz von Chemotherapien deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig verringert diese Entwicklung die gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie.


Foto:  Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Erste Erfolge in Tierversuchen

Das Problem bei klassischen Chemotherapien ist, das meist nicht die benötigte Menge des Medikaments in die Krebszellen eindringen kann. Das Team aus Houston verwendete mikroskopisch kleine, poröse Silikonscheiben, um das Medikament Doxorubicin besser in Tumore in der Lunge transportieren zu können.

Die Theorie hinter der Methode ist, dass die Nanopartikel aus Doxorubicin-Molekülen an den Krebszellen freigesetzt werden und in diese eindringen, um sie zu zerstören. In Tierversuchen war die Methode mit einem injizierbaren Nanopartikelgenerator (iNPG) durchaus erfolgreich. Die Forscher heilten so die Hälfte der eingesetzten Mäuse mit Lungenmetastasen. Nächstes Jahr ist dann eine klinische Studie geplant, in der die Wirksamkeit bei Menschen erforscht werden soll. Es gelang dem Team bereits, die Wirksamkeit an Kulturen menschlicher Brustkrebszellen zu zeigen.


Zielgerichtete Therapie dank Nanopartikel

Dank des Nanopartikel-Generators konnte nicht nur die Effektivität der Chemotherapie gesteigert werden, sondern auch die Schädigung des gesunden Gewebes verringert, da die Nanopartikel aus inaktiven Formen des Medikaments bestehen. Die Partikel werden erst nach dem Eindringen in die Krebszelle aktiv, es handelt sich also um eine zielgerichtete Therapie. Dank den biologisch abbaubaren porösen Silikonscheibchen mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern kann ein reibungsloser Transport zu den Krebszellen gewährleistet werden.

Weniger Nebenwirkungen

Das Forscherteam vermeldete außerdem, dass die bei vielen Formen der Chemotherapie übliche Nebenwirkung in Form von Herzgewebeschädigungen ausblieb. Sollte sich die Methode auch in einer klinischen Studie bewähren, bedeutet das Hoffnung für Tausende Krebspatienten. Die Methode ist kein Allheilmittel gegen Krebs, könnte aber den Patienten deutlich bessere Chancen im Kampf gegen die Krankheit geben.

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