Sie sind aus unserem Alltag längst nicht mehr wegzudenken: Displays. Ob PC-Bildschirm und Smartphone bei der Arbeit, Tablet und Smartwatch im Alltag oder der Fernseher abends auf der Couch – unsere Lebensrealität spielt sich zunehmend auf Screens und Displays ab. Was dabei oft übersehen wird: Unsere Augen arbeiten unter Bedingungen, für die sie ursprünglich eigentlich nicht gemacht sind. Genau hier beginnt das Phänomen „Digital Eye Strain”. Der Begriff „Digital Eye Strain” (dt.: Digitaler Sehstress) beschreibt eine Gruppe von Beschwerden, die im Zusammenhang mit intensiver Bildschirmnutzung nach einer gewissen Zeit schleichend auftreten können. Dazu zählen müde und brennende Augen, Trockenheitsgefühl, unscharfes Sehen oder Kopfschmerzen. Auch Verspannungen im Nacken und ein allgemeines Gefühl visueller Erschöpfung gehören dazu. Die Ursachen liegen dabei übrigens weniger in den einzelnen Geräten selbst, als vielmehr in der Art, wie wir sie nutzen. Beim Blick auf die jeweiligen Displays sinkt die Lidschlagfrequenz nämlich deutlich. Dadurch trocknet die Augenoberfläche schneller aus und der Tränenfilm wird instabil. Wir verharren zudem oft stundenlang in einer starren Fokussierung vor dem Bildschirm. Die feinen Muskeln im Auge bleiben dabei permanent angespannt und das visuelle System kommt so kaum noch zur Ruhe. Ein Sinnesorgan unter neuen Bedingungen Vor diesem Hintergrund verändern sich auch die Ansätze der Augenoptik. Anbieter wie eyes and more stehen dabei nicht mehr nur für den klassischen Gang zum Optiker, sondern eher für eine Entwicklung, in der Sehen als Teil eines digitalen Lebensstils verstanden wird. Es geht hier nicht mehr nur um Dioptrien, sondern um die Frage, wie visuelle Lösungen mit veränderten Arbeitsweisen, Mediengewohnheiten und Belastungen Schritt halten können. Schließlich müssen sich die Augen beim Blick auf die Bildschirme permanent anpassen, Informationen verarbeiten und zum Teil Lichtverhältnisse ausgleichen. Das wird schnell zur belastenden Daueraufgabe, die noch immer oft unterschätzt wird. Brillengläser als visuelle Schnittstellen Moderne Brillengläser werden auf die Tatsache konzipiert, dass viele Menschen nicht mehr zwischen einzelnen Sehaufgaben wechseln, sondern in hybriden Sehlandschaften leben. Hierbei greifen der Arbeitsplatz, das Display und das Umfeld ineinander. Spezielle Glasdesigns unterstützen zum Beispiel den Nah- und Zwischenbereich, reduzieren extreme Sprünge im Fokus und glätten visuelle Übergänge. Neue Filtertechnologien können Lichtanteile modulieren, Reflexionen abmildern und Kontraste ausbalancieren. Das Ziel besteht nicht darin, Bildschirme unsichtbar zu machen, sondern sie so zu gestalten, dass sie sich natürlicher in das visuelle Empfinden einfügen. Smarte Filter & clevere Technologien Auch digitale Oberflächen entwickeln sich weiter. Moderne Displays passen die Helligkeit und die Farbtemperatur heute bereits automatisch an. Softwarebasierte Filter verschieben zudem, je nach Tageszeit, die Lichtanteile. In Zukunft könnten zudem Systeme entstehen, die visuelle Belastungen erkennen und die Bildschirmdarstellungen in Echtzeit anpassen. Vorstellbar sind auch Bildschirme, die die Kontraste anpassen, wenn Ermüdungserscheinungen auftreten, oder Anwendungen, die gezielt Pausenimpulse setzen. Der Bildschirm würde somit nicht nur Informationen anzeigen, sondern selbst auf die Wahrnehmung reagieren. Auch medizinische Ansätze zeigen neue Perspektiven. Forschende arbeiten an Verfahren, bei denen Hornhäute im 3D-Drucker hergestellt werden. Diese Innovationen könnten Menschen mit Sehstörungen langfristig helfen und verdeutlichen, dass Augengesundheit nicht allein von Brillen abhängt. Kleine Routinen mit großer Wirkung Bei all den technologischen Ansätzen bleibt ein Teil der Lösung erstaunlich unspektakulär. Befeuchtende Augentropfen stabilisieren beispielsweise den Tränenfilm und können Reizungen lindern. Das gilt vor allem in trockener Raumluft oder bei konzentrierter Bildschirmarbeit. Ebenso schlicht, aber wirkungsvoll sind kurze visuelle Unterbrechungen. Der Blick in die Ferne aus dem Fenster. Ein bewusstes Schließen der Augen und langsame Augenbewegungen. Solche Momente stellen zwar keinen umfassenden Ausgleich dar, durchbrechen aber die starre Fixierung auf den Bildschirm und geben der Augenmuskulatur so eine Gelegenheit, sich zu entspannen. Kurzum, wenn wir beim Blick auf den Screen regelmäßig Distanzwechsel einbauen, Lichtverhältnisse bewusst wahrnehmen und unserem Blick kurze Pausen gönnen, werden wir die positive Veränderung deutlich spüren. Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter