Nicht jeder Mensch kann kahle Stellen auf dem Kopf widerstandslos akzeptieren. Der Blick in den Spiegel bleibt in diesem Fall einfach schmerzlich, wen wundert also der kommerzielle Einfallsreichtum, um bei Glatzenbildung Abhilfe zu schaffen? Am Schönsten wäre es, wenn aus den Kahlstellen wieder echte, eigene Haare sprießen, am besten lebenslang. Japanische Forscher konnten nun erstmals funktionsfähige, implantierbare Haarfollikel im Labor züchten: eine ganz neue Aussicht für Glatzköpfe und die es allmählich werden.


Kommt da oben wieder was nach?

Follikel wachsen tief in die Haut ein und bilden pigmentierte Haare

Das hauptsächlich aus Japan stammende Forscherteam führte seinen Versuch mit Mäusezellen durch. Die damit erzeugten Follikel wachsen tief in die Haut ein, verbinden sich mit dem umliegenden Gewebe und bilden pigmentierte Haare. Klinische Studien am Menschen sind für Ende 2026 anvisiert, es geht also recht flott voran.

Haarfollikel sind komplexe Biostrukturen aus vielen verschiedenen Zelltypen, als alles andere als einfach herzustellen. Sie steuern das Wachstum und die Farbe der Haare, während sie fest in der Haut verankert sind. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Stammzellen unter kontrollierten Bedingungen in der Lage sind, sich auch außerhalb des Körpers zu diesen Strukturen zu organisieren:


Für den Biotech-Sektor ist das eine bedeutende Beobachtung, denn sie zeigt, dass in der skalierbaren Gewebezüchtung noch sehr Potenzial steckt, menschliches Leben zu verbessern – und sei es »nur« kosmetisch. Sollte sich die Technik als zuverlässig erweisen, könnten unter dem demselben Prinzip neue Ansätze für die Wundheilung, die Hautregeneration und womöglich für die Herstellung komplexer Organe entstehen.

Technik muss noch erprobt und angepasst werden

Doch jetzt gilt es wie immer, erst einmal die Zuverlässigkeit der neuen Technik zu prüfen sowie die strengen Regularien klinischer Anwendung zu erfüllen. Wir ahnen allerdings schon jetzt: Science Fiction wird demnächst mal wieder wahr – und im wahrsten Sinne des Wortes »greifbar«!

Quelle: sciencedirect.com 

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