Sonnen- und Windenergie gelten als wesentliche Stützpfeiler der Gewinnung von erneuerbaren Energien. Die weltweit installierte Leistung nimmt Jahr für Jahr zu. Doch einen Überblick über den aktuellen Stand gibt es kaum. Forscher haben nun eine Karte erstellt, die erstmals die global installierten Solar- und Windkraftanlagen darstellt. Die Karte zeigt, wo diese erneuerbaren Energien in welchem Umfang genutzt werden. Eine solche Karte könnte etwa bei der Planung neuer Standorte genutzt werden.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Wind- und Solarkraft: Global fehlt der Überblick

Allein die Windkraft hätte laut aktueller Studien das Potential, den weltweiten Strombedarf mehrfach zu decken. Die Photovoltaik könnte bis 2050 immerhin 30 bis 50 Prozent des Strombedarfs decken.

Die Frage nach den Standorten von Wind- und Solarenergieanlagen ist bisher nicht leicht zu beantworten. Zwar gibt es in vielen Ländern – so auch in Deutschland – nationale Statistiken zu Standorten und Leistung derartiger Anlagen. Auch die EU erstellt entsprechende Statistiken.


Wer aber nach einem weltweiten Überblick sucht, der über grobe Länderangaben hinausgeht, der suchte bisher eher vergeblich. „ Der Stichprobenfehler verändert sich umgekehrt proportional zur Quadratwurzel der Stichprobegröße„, so die Forscher rund um Sebastian Dunnet von der University of Southampton. Er und seine Kollegen haben daher Daten ausgewertet, die in der „OpenStreetMap“ (OSM) hinterlegt sind. Dabei handelt es sich um ein offenes, von den Nutzern gepflegtes Kartenprojekt. Alle Einträge in der Karte werden dabei mit bestimmten Schlagworten versehen.

Forscher erstellen Karte mit Hilfe der OpenStreetMap

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler nun durch Abgleich bekannter Anlagenstandorte mit OSM-Daten herausgefunden, welche Schlagwortsuche am besten geeignet ist, um alle Photovoltaik- und Windanlagen zu erfassen. Für die Solarenergie ergaben sich etwa 1,8 Millionen Punktdaten und 326.000 Polygone. Bei der Windenergie waren es 305.000 Punktdaten sowie 1889 Polygone.

Diese Daten glich das Team mit mehreren Datenbanken zu r installierten Wind- und Solarkraft sowie mit Informationen zu Landschaftsformen und anderen Faktoren ab. So konnten die Forscher aus den Rohdaten eine Weltkarte entwickeln, auf der die räumliche Verteilung von Sonnen- und Windanlagen dargestellt ist. Die Karte erlaubt auch Rückschlüsse auf die Leistung der Anlagen.

Damit präsentieren wir hier den ersten öffentlich verfügbaren, räumlich verorteten und harmonisierten Datensatz, der die global installierten Photovoltaik- und Windkraftanlagen beschreibt„, so die Forscher. Auf ihrer Karte können nicht nur die globale Verteilung der Anlagen abgelesen, sondern auch Trends in Bezug auf Anlagendichte und installierte Leistung erkannt werden.

In Europa zeigt sich eine besonders hohe Dichte von Photovoltaikanlagen. Diese sind dafür oft recht klein und haben eine eher geringe Leistung. In China, den USA und Australien gibt es weniger, dafür aber leistungstärkere Solaranlagen. Die meisten Windturbinen finden sich in Europa, Nordamerika und Ostasien, sowie an der Westküste Indiens, in Südaustralien und Südafrike.

Karte soll die Planung weiterer Anlagen unterstützen

Die Karte sowie die Datenbank soll dabei helfen, einen Überblick über die globale Situation in Sachen Windkraft und Solarenergie zu behalten. Die Informationen können auch dazu beitragen, Planungen für die Installation weiterer Kapazitäten zu unterstützten. „ Dies repräsentiert einen echten Meilenstein in unserem Verständnis dafür, wo die globale Revolution grüner Energie bereits im Gange ist. Die Karte ist auch für Wissenschaftler noch auf Jahre hinaus eine wertvolle Ressource, weil wir sie so angelegt haben, dass sie jederzeit mit aktuellen Informationen upgedatet werden kann. So kann sie die Veränderungen dieser sich rasch entwickelnden Industrie widerspiegeln„, so Felix Eigenbrod, der an der Erstellung der Karte beteiligt war.

via University of Southampton

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    9. Mai 2020 at 18:00

    Eine nette Arbeit aus der Makroebene – aber wer kümmert sich genauso umfassend um die Mikrtoebene? Na, das Buch der Synergie natürlich. Z.B. bei der länderspezifischen Darstellung der Windenergie: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_08_03_windenergie_aegypten_bis_belgien.htm

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