Fünf Jahre ist es her, dass ein Mediziner-Team an der University of California einen Menschen aus dem Koma weckte. Damals waren sich die Forscher nicht sicher, ob es wirklich ihr Eingriff war, der den Patienten zurück ins Leben holte. Schließlich handelte es sich nur um Ultraschallwellen in geringer Intensität, die sie auf den Thalamus fokussiert hatten. Doch jetzt gelang der Coup zwei weitere Male, sodass der Zufall mittlerweile aus der Rechnung fällt.


Ein Zufallserfolg – oder eine reale Therapiemöglichkeit?

Der Thalamus ist sozusagen der Verkehrsknotenpunkt des Gehirns, bei Komapatienten zeigt er nur noch wenig Aktivität. 2016 kam Professor Martin Monti auf die Idee, gemeinsam mit seinen Kollegen ein Ultraschallgerät in Untertassengröße zu nutzen, um diesen Hirnbereich gezielt zu stimulieren. Der 25-jährige Patient wachte daraufhin auf und sein Zustand verbesserte sich dramatisch. Vorher hatte er nur noch minimale Zeichen von Bewusstsein von sich gegeben, nach der Stimulation wurde er vollkommen wach, verstand Fragen und antwortet mit Kopfschütteln oder Nicken.


Natürlich drängte sich zunächst der Gedanke auf, dass der Patient vielleicht auch ohne die Behandlung genau zu diesem Zeitpunkt aus dem Koma zurückgekehrt wäre. Eventuell war sein Gehirn aber auch besonders empfänglich für diese Art von Stimulation und das Experiment deshalb nicht wiederholbar.

Zwei weitere spektakuläre Erfolge weisen den weiteren Weg

Jetzt gab Monti zwei weitere ähnlich spektakuläre Erfolge bekannt. In einem Fall kam ein 56-jähriger Mann wieder zu sich, der 14 Monate lang nach einem Schlaganfall vor sich hinvegetierte. Bereits nach der ersten Ultraschallbehandlung konnte er wieder nach einem Ball greifen, ihn festhalten und bewusst wieder fallenlassen. Außerdem erkannte er seine Familienangehörigen auf Fotos. Die zweite Sitzung brachte ihn so weit, dass er selbständig aus einer Flasche trinken sowie mittels Stift und Papier kommunizieren konnte.

Außerdem erwachte eine 50-jährige Frau, die sogar noch über weniger Bewusstsein verfügte als der vorher genannte Patient. Ein Herzstillstand hatte sie bereits vor zweieinhalb Jahren ins Koma befördert. Nun konnte sie wieder Alltagsgegenstände identifizieren, zum Beispiel einen Kamm und einen Stift. Nebenwirkungen gab es keine, und die Behandlung an sich nahm nur 10 x 30 Sekunden in Anspruch.

Eine weitere Person, ein 58-Jähriger, der schon seit mehr als fünf Jahren nach einem Autounfall komatös war, kehrte leider nicht zurück. Doch die Wissenschaftler zeigen sich trotzdem zufrieden mit ihrem Erfolg.

Quelle: newatlas.com

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