Pizza wird üblicherweise noch immer im klassischen Karton ausgeliefert. So gut wie alle anderen Speisen werden bei der Lieferung aber in Styropor verpackt. Dies ist gleich aus zwei Gründen problematisch. Zum einen ist der Kunststoff-Schaum weder recycelbar noch künstlich abbaubar. Er muss also verbrannt werden oder verbleibt für tausende Jahre in der Umwelt. Zum anderen nimmt er Giftstoffe deutlich schneller auf als etwa Plastiktüten. Gleichzeitig halten Tiere die Styropor-Teile oft für Nahrung – wodurch die aufgenommenen Chemikalien über die Nahrungskette irgendwann auch beim Menschen landen. Der US-Bundesstaat Maine hat daher nun reagiert und Einweg-Verpackungen aus Styropor vollständig verboten. So weit ist bisher noch kein anderer Bundesstaat gegangen.


Bild: Phyrexian [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Styropor-Verpackungen gehören zu den häufigsten Haushalts-Abfällen

Gleichzeitig präsentierten die Abgeordneten auch einige erschreckende Zahlen. So werden alleine in dem eher kleinen Bundesstaat pro Jahr 256 Millionen Einweg-Produkte aus Styropor verbraucht. In den gesamten Vereinigten Staaten gehören die Verpackungen damit zu den zehn häufigsten Produkten in Haushaltsabfällen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Styropor-Verpackungen tatsächlich nur einmal genutzt werden können. Eine Reinigung im großen Stil ist ausgeschlossen, weil das Material dafür nicht stabil genug ist. Ein wenig Zeit zur Umstellung bekommen die Restaurants in Maine allerdings noch: Das Verbot wird erst zum Jahr 2021 inkraft treten. Wer sich anschließend nicht an die Vorgaben hält, muss mit einer Strafe von bis zu 100 Dollar rechnen – und zwar pro Verstoß.

Plastiktüten sind bereits in einigen Bundesstaaten verboten

„Maine hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass es zu den Vorreitern in Sachen Umweltschutz gehört“, lobte Sarah Lakeman vom „Natural Resources Council of Maine“ das neue Gesetz. Eine ähnliche Initiative gibt es zudem auch in Maryland. Dort hat das Abgeordnetenhaus ebenfalls bereits ein Verbot von Styropor-Verpackungen erlassen. Allerdings ist noch unklar, ob Gouverneur Larry Hogan das Gesetz auch unterzeichnen wird. Andere Bundesstaaten haben sich vor allem dem Kampf gegen Plastiktüten verschrieben. Hier war es der Bundesstaat Hawaii, der erstmals ein offizielles Verbot erließ. Inzwischen sind mit New York und Kalifornien auch zwei sehr bevölkerungsreiche Staaten dem Beispiel gefolgt. Es gibt aber auch eine Gegenbewegung. So wurde in Tennessee extra ein Gesetz erlassen, dass es Kommunen untersagt, Einweg-Plastik zu verbieten.


Via: CNN

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1 Kommentar

  1. werner

    4. Mai 2019 at 11:18

    Sauberes Styropor lässt sich wohl mit am einfachsten von allen Kunststoffen wiederverwerten: Thermisch cracken und das entstehende Styrol kann destilliert und perfekt wiederverwertet werden.
    Das Problem sind Verunreingungen (vulgo: Pizzareste) und die Sammellogistik.
    Aber dafür kann das Material nichts.

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