Theoretisch lösen Busse mit Wasserstoffantrieb gleich zwei Probleme von rein batteriebetriebenen Modellen: Sie bringen eine größere Reichweite mit sich und der Tankvorgang dauert nur wenige Minuten. Bereits im Jahr 2010 begann die Hamburger Hochbahn, die auch für den städtischen Busverkehr in der Metropole verantwortlich ist, daher mit den ersten Testfahrten, bei denen Busse mit Brennstoffzelle zum Einsatz kamen. Seit dem Jahr 2012 wurden die Fahrzeuge zudem in den regulären Betrieb integriert. Wie nun allerdings bekannt wurde, sind die Wasserstoff-Busse bereits zu Beginn dieses Jahres wieder ausgemustert worden. Sie wurden an den Hersteller Mercedes zurückgegeben. Dennoch hält das Unternehmen an dem Ziel fest, bis zum Jahr 2030 insgesamt 1.000 schadstofffreie Busse auf den Straßen zu haben.


Der Kaufpreis für die Busse blieb extrem hoch

Möglich werden soll dies nun durch den Einsatz von klassischen Elektrobussen. Was aber führte zum Aus für die hochmodernen Wasserstoff-Fahrzeuge? Ein Grund scheint eher logistischer Natur zu sein. So gab es wohl Probleme, ausreichend Lagerstätten für den explosiven Wasserstoff zu finden. Denn dieser kann nicht einfach innerhalb dicht besiedelter Gebiete aufbewahrt werden. Dafür hätte sich eventuell aber noch eine Lösung finden lassen. Schwerwiegender war hingegen die Tatsache, dass Mercedes keine serienmäßige Produktion der Busse mit Brennstoffzelle sicherstellen konnte. Dadurch aber blieben die Anschaffungkosten extrem hoch. So kostete ein Wasserstoff-Bus dem Vernehmen nach rund eine Millionen Euro. Zum Vergleich: Ein klassischer Elektrobus ist schon für 600.000 Euro zu haben. Ähnlich sieht es auch bei der benötigten Infrastruktur auf: Wasserstoff-Tankstellen sind deutlich teurer als Ladestationen für Elektrobusse.


Elektrobusse sollen emissionsfreie Fahrten ermöglichen

Die Hamburger Hochbahn wird daher zukünftig voll auf die bereits serienmäßig zur Verfügung stehenden Elektrobusse setzen. So wurden in dieser Woche zwei Fahrzeuge des Typs Solaris Urbino 12 in die Betriebsabläufe integriert. Acht weitere Exemplare sollen zeitnah folgen. Bis zum Ende des Jahres soll die E-Flotte dann schon auf 35 Fahrzeuge angewachsen sein. Die Busse haben jeweils eine Reichweite von rund 150 Kilometern und verursachen während der Fahrt keine Emissionen. Dies hilft zum einen dem Klima, zum anderen aber auch den Städten. Denn weniger Luftverschmutzung senkt die Gefahr von gerichtlich angeordneten Fahrverboten. In einem anderen Bereich scheint die Brennstoffzellen-Technik hingegen gut zu funktionieren: Der Wasserstoff-Zug in Niedersachsen fährt bisher zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Via: NDR

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2 Kommentare

  1. Björn

    14. Februar 2019 at 13:20

    Elektroantrieb ist in Städten von Vorteil >>> Klasse!
    Batterien sind Umweltschädlich >>> Schei5e!
    . . .
    jetzt muss man doch ne Möglichkeit finden den Strom auf die Straße zu bringen… mhmmm, mhmmm, grübel, Strom auf Straße, grübel, rätsel, Ubahn Strom an der Schiene, grübel, kniffel, rätsel . . . Mensch ich habs, eine Weltneuheit, perfekt für StartUps . . .

    Über-der-Straße-Strom-Busse!!!!

    Ach Mist, das gibts schon seit beginn des 20.Jahrhunderts!!!!!

    OBERLEITUNGSBUSSE!!!!

    Vor ein paar Jahren wurden sämtliche Stromnetze abgerissen, tja, Fehler… egal, passiert, … jetzt wieder montieren und O-Busse einführen! wie in Solingen zum Beispiel.

    PS, das googeln dauerte 5 Minuten!

  2. Joe Schmidt

    29. August 2019 at 17:36

    Oberleitungsomnibusse – genial !!!

    Moment:
    – Die brauchen ja eine teure und aufwendig zu wartende Infrastruktur
    – Die Stromabnehmer sind ja teure Verschleißteile!
    – Die brauchen in den Städten die Zustimmungen vieler Grundstückseigentümer
    (Anbringung der Fahrdrahtaufhängungen)
    – Die brauchen ja auf jeder Strecke Fahrdrähte und Abbiegungen und Kreuzungen sind kompliziert
    – Die können ja bei Unfällen /Straßensperrungen, … nicht einfach umgeleitet werden
    – Die haben im Winter Probleme mit Vereisungen und Verschleiß (Lichtbögen)

    So einfach ist es also nicht. Nicht einmal mit Kombi-O-Bussen, die kurze Strecken mit Akku überbrücken können. Viel realistischer erscheint mir dagegen der Akku-Bus, der an den Haltestellen immer wieder nachgeladen werden kann. Bspw. über ausklappbare Stromabnehmer auf dem Dach.

    Übrigens: Das mit der Umweltschädlichkeit stimmt für jedes Kfz! In der Summe schneidet das Akku-Kfz aber am Besten ab, da die Materialien nicht verbraucht werden …

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