Ein Blick in den Himmel offenbart es: Die Kondensstreifen am Himmel sind merklich weniger geworden, das liegt einerseits an der trockenen Luft aus Osteuropa, andererseits aber auch am stark nachgelassenen Flugverkehr. Die meisten Verkehrsmaschinen bleiben wegen der Corona-Krise am Boden – und das hat großen Einfluss auf die Wettervorhersage.


Die Wettervorsage ist derzeit so ungenau wie vor 10 Jahren

Flugzeuge sammeln Wetterdaten für Meteorologen

Das Wetter ist ein enorm komplexes Phänomen, das sich nur dann zuverlässig vorhersagen lässt, wenn eine Unmenge an Daten vorliegt. Nicht nur die Wetterstationen am Boden und die Wetterballons tragen zur Datensammlung bei, sondern normalerweise auch die Flugzeuge in der Luft. Sie senden Informationen über Druckverhältnisse, Temperaturen und Turbulenzen aus verschiedenen Höhenlagen zu den Computern der Meteorologen, und die Wissenschaftler basteln dann daraus ein vollständiges Bild für ihre Prognose. Die Daten der Flugzeuge sind besonders wichtig, weil sie das Wetter nicht nur stationär abbilden, sondern dreidimensional in Länge, Breite und Höhe. Jetzt werden diese Infos immer lückenhafter, je mehr Länder sich gegen den geregelten Flugverkehr entscheiden.

Der Satellit Aeolus erstellt Windprofile

Der Jetstream befindet sich in ungefähr 10 bis 12 Kilometer Höhe, er hat besonderen Einfluss auf das kommende Wetter, weil er eine Trennungslinie zwischen subtropischer Warmluft und eiskalter Polarluft markiert. Wer seine genaue Lage ortet, der weiß schon ziemlich viel über das, was meteorologisch auf uns zukommt. Bislang waren es hauptsächlich die Flugzeuge, die den Jetstream geortet haben, jetzt bleibt nur noch die Hoffnung auf den Satelliten Aeolus, der seit 1,5 Jahren mit spezieller Lasertechnik die Windfelder der Erde ausmisst. Er ist allerdings ausschließlich für die Erstellung von Windprofilen zuständig, mit Temperaturen und Druckverhältnissen kann er nicht dienen. Außerdem ist Aeolus nur noch kurz am Himmel, es sei denn, die europäischen Staaten geben eine Folgemission in Auftrag.


Statt 7 Tage nur noch 6 Tage Vorausschau möglich

Die fehlenden Wetterdaten führen dazu, dass die Vorhersagen nun auf den Stand von vor 10 Jahren zurückgefallen sind. Statt 7 Tage präzise im Voraus zu prognostizieren, funktionieren derzeit nur noch 6 Tage. In den nächsten Wochen könnte die Genauigkeit noch weiter sinken, aber eines scheint jetzt schon ziemlich sicher: dass uns dieses sonnige, frühlingshafte Osterwetter noch ein Weilchen begleiten wird.

Quelle: badische-zeitung.de

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