Tumorrezidive sind der Horror für alle Menschen, die schon einmal Krebs hatten. Das erneute Wachstum ist bei Krebspatienten eine der häufigsten Todesursachen, und bislang wusste niemand so recht, was diesen Rückfall auslöst. Am Wistar Institute in Philadelphia ergaben sich nun neue Erkenntnisse, die stark darauf hindeuten, dass Stress den Krebs wieder aktiviert.


Stress begünstigt Rezidive

Gestresste Mäuse entwickelten nach Behandlung wieder Krebs

Die amerikanischen Forscher untersuchten die Auswirkungen stressbedingter Immunreaktion auf das Wachstum von Tumoren. Zu diesem Zweck lösten sie bei Mäusen Lungenkrebs aus, behandelten die Tiere operativ und medikamentös, bis scheinbar sie wieder gesund waren. Dann stressten sie einen Anteil der Tiere, während der Rest unbehelligt blieb. Es dauerte nur drei Wochen, bis alle gestressten Tiere neue Tumore aufweisen – die anderen, ungestressten jedoch blieben krebsfrei.

Diese zwei Proteine sind Schuld am erneuten Tumorwachstum

Die Wissenschaftler untersuchten das Blut der Versuchstiere und stellten bei den Stress-Mäusen deutlich erhöhte Werte zweier Proteine fest: S100A8 und S100A9 werden von den Neutrophilen ausgeschüttet, Immunzellen, die auf Stress reagieren. Sechs Tiere konnten diese Proteine gar nicht erst produzieren, nur eines von ihnen entwickelte ein Tumorrezidiv. Auch im Blut ehemaliger Lungenkrebspatienten trafen die Forscher auf die alten Bekannten, S100A8 und S100A9. 35 Probanden wiesen erhöhte Werte auf, innerhalb von 33 Monaten kehrte bei 11 dieser Patienten der Krebs zurück. 45 wiesen einen niedrigen Proteinspiegel auf, nur 6 von Ihnen erlitten in derselben Zeit ein Rezidiv. 31,4 gegen 13,3 Prozent: Das sieht nach einem signifikanten Unterschied aus.


Betablocker zur Vorbeugung gegen Tumorrezidive?

Betablocker mildern die körperlichen Auswirkungen von Stress und könnten aus diesem Grund vorbeugend gegen Rezidive wirken. In einem erneuten Versuch erhielten Mäuse entsprechende Medikamente und bildeten trotz stressiger Umstände prompt seltener Tumore aus. Klinische Beobachtungen legen schon länger nahe, dass Lungenkrebspatienten eine längere Lebensdauer haben, wenn sie Betablocker nehmen. Auch bei anderen Krebsarten mehren sich die Hinweise auf diesen Zusammenhang.

Quelle: wissenschaft.de

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