Es ist schon einige Wochen her, dass Londons Bürgermeister Sadiq Khan seine große Ankündigung machte: In der englischen Metropole soll die größte autofreie Zone aller Hauptstädte der Erde entstehen. Dadurch wird ganz viel Platz frei für Radfahrer und Fußgänger. Der Aufhänger für diese Entscheidung ist die Corona-Krise.


Von kloniwotskiFlickr, CC BY-SA 2.0, Link

In überfüllten Öffis kursieren die Viren

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Die öffentlichen Verkehrsmittel spielten lange Zeit eine große Rolle, wenn es darum ging, die mobile Welt von morgen zu planen. Doch als Corona über uns hereinbrach, offenbarte sich ein großer Nachteil der Massentransportmittel: Es gelingt kaum bis gar nicht, genügend Abstand zu anderen Menschen zu halten, um sich nicht mit Viren oder anderen Keimen anzustecken. Wenn jetzt aber sämtliche Öffi-Benutzer zum privaten PKW wechseln, kommt es nur zu noch mehr Staus und Abgasen aus den Straßen: eine fatale Wendung, die einige Bürgermeister lieber aufhalten möchten.

Schuster Rappen und Drahtesel auf dem Vormarsch

Weite Teile der Londoner Innenstadt sollen deshalb autofrei werden, dann können Fußgänger und Radler sich frei entfalten, ohne sich dabei zu nahe zu rücken. Die Zonen zwischen der Holborn und Old Street, zwischen Shoreditch und London Bridge sowie zwischen Euston und Waterloo werden dann nur noch von Bussen befahren, kleinere Straßen folgen demnächst. Londons Bürgermeister sieht die Pandemie als »größte Herausforderung der Geschichte«, die auch vor dem Verkehr in den Städten nicht haltmacht.


Auch in Mailand regt sich etwas: Viele Straßenzüge sollen dort so umgestaltet werden, dass Fußgänger und Radfahrer mehr Platz finden und sich wohler fühlen. Der Pariser Bürgermeisterin stellte jüngst 300 Millionen Euro dafür bereit, neue Radwege zu bauen und alte Strukturen zu verbessern. In Wien gibt es seit neuestem Pop-Up-Radwege und Begegnungszonen, die allerdings bislang nur temporär sind.

Die zukünftige Alternative zum öffentlichen Nahverkehr in den Städten heißt also: Bewegung an der frischen Luft. Natürlich sollen trotzdem noch Busse, Straßen- und U-Bahnen fahren, nur dann mit weniger Passagieren – wenn die Rechnung der Politiker aufgeht.

Quelle: derstandard.de

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