Krebs bleibt eine der tödlichsten Krankheitsbilder der Neuzeit. Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, die wuchernden Tumore im Körper zu bekämpfen. Forscher aus Canada gelang es nun, magnetische Bakterien für zielgerichtete Tumortherapien einzusetzen.


Bakterien werden durch ein Magnetfeld geleitet

Das Prinzip ist eigentlich recht einfach: Die Forscher verwendeten Bakterien, deren Migration sie mit Hilfe von Magnetfeldern zielgerichtet im Körper an einen Tumor dirigieren können – sogenannte magnetotaktische Bakterien. So können sie die Tumore zielgerichtet mit Medikamenten bekämpfen. Tumore stellen sich oft als sehr schwer behandelbar raus. Unter anderem weil die Tumorzellen innerhalb eines einzelnen Tumors stark unterscheiden. Im Tumorinneren herrscht eine sauerstoffarme Umgebung vor, die Zellen dort haben einen ganz anderen Metabolismus als die Zellen außen am Tumor.


Hinter der Entdeckung steht ein Team von Forschern der University of Montreal, der McGill University und Polytechnique Montréal in Kanada. Die verwendeten magnetotaktischen Bakterien migrieren nicht nur entlang von Magnetfeldern, sondern auch auf sauerstoffarme Umgebungen zu. Sie sind also ideal, um einen Tumor im Körper zu erreichen. Mit einem kleinen, computergesteuerten Magnetfeld gelang es den Forschern, 55 Prozent der verwendeten Bakterien in das Tumorinnere zu führen. „These legions of nanorobotic agents were actually composed of more than 100 million flagellated bacteria – and therefore self-propelled – and loaded with drugs that moved by taking the most direct path between the drug’s injection point and the area of the body to cure. The drug’s propelling force was enough to travel efficiently and enter deep inside the tumours„, erklärt Sylvain Martel, von der Polytechnique Montréal.

Effektivere, harmlosere Chemotherapie

Die verwendeten Bakterien hören auf den Namen MC-1 und wurden mit Anti-Krebs-Medikamenten „beladen“. Danach injizierten die Forscher die Bakterien in 20 an Krebs erkrankte Mäuse. Die Bakterien ließen sich von dem Magnetfeld durch den Körper der Mäuse leiten und erreichten das Herz des Tumors. Den letzten Teil der Wegstrecke legen die Bakterien ohne Magnetfeld zurück, geleitet vom anaeroben Herz des Tumors.

Die Transportmethode, mit der ein Wirkstoff zu einem Tumor gebracht wird, ist eine der größten Herausforderungen der Krebstherapie. Viele Wirkstoffe wirken nur deshalb so schlecht, weil es schwierig ist, sie zielgerichtet an den Tumor zu bringen. Mit ihren magnetotaktischen Bakterien wollen die Forscher das Problem lösen. Das Ergebnis wären effektivere Chemotherapien, die auch noch deutlich weniger Nebenwirkungen hätten. Letztere sind bekanntlich eines der größten Probleme von medikamentöser Krebstherapie. Die von den Forschern entwickelte Methode könnte gegen jede Form von Krebs verwendet werden, bei denen medikamentöse Intervention zum Einsatz kommt – also bei so gut wie jeder Krebsart. Natürlich nur dann, wenn die Lage des Tumors ungefähr bekannt ist. Dank moderner Bildgebungsverfahren sollte das aber kein Problem darstellen.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher eine klinische Studie vorbereiten, um ihre Methode bei der Behandlung von Menschen zu testen.

 

via Futurism

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