Moderne Datenspeicherung mag noch so dicht und effizient sein, die Speichermedien bewahren nicht allzu lange ihre hohe Qualität. Nur wenige Jahre bis Jahrzehnte sind »drin«, dann lösen sich die Daten allmählich in Luft auf. Tausende Jahre schienen damit bis jetzt unerreichbar. Nun hat Microsoft ausgerechnet unser ganz normales Kochgeschirr als enorm haltbares Medium entdeckt, das sich als dauerhaft resistent gegen Wasser, Temperaturschwankungen und magnetische Störfelder erweist. Einfaches Küchenglas als Speichermedium für Jahrtausende Mikroskopische Lasergravur auf günstigem Borosilikatglas Schon 2019 kamen Microsoft-Forscher zum ersten Mal auf die Idee, im Rahmen von Project Silica einen ganzen Film auf Silizium-Glas zu speichern. Das Glasstück hatte die Größe eines Bierdeckels und durfte den 1978er-Film »Superman« aufnehmen. Zuerst reichte die Technik nur für eine Kapazität von 75 GB. Im Jahr 2023 erfolgte eine Verzehnfachung auf 7 TB. Die hochdichte Speichertechnologie basiert auf einer mikroskopischen Lasergravur in kostengünstigem Borosilikatglas, das auch für viele Arten von Kochgeschirr im Umlauf ist. Das Schreibgerät ist ein extrem schneller Femtosekundenlaser, der winzige, permanente Markierungen im Glasinneren aufbringt. »Voxel« verändern die Glasstruktur dauerhaft Die Markierungen nennen sich »Voxel«, es handelt sich um dreidimensionale Pixel. Sie verändern die nur 2 mm dicke Glasstruktur dauerhaft und ziehen sich durch Hunderte von Schichten. Überstanden haben die Speicherplatten verschiedene beschleunigte Alterungstests, wie zum Beispiel das Backen bei 290 Grad Celsius. Alle Daten blieben dabei stabil. Und sollte es doch im Laufe der Jahre oder schon beim Schreibprozess zu Unregelmäßigkeiten kommen, kann das Lesegerät mittels Vorwärtsfehlerkorrektur die Lücken auffüllen und so den Datensatz wieder vervollständigen. Lernmodell löst Interferenzen der Laserpunkte auf Ein 120-Millimeter-Glasstück speichert in der neuesten Version mehr als 2 TB Daten in einer hohen Schreibgeschwindigkeit von 18,4 Mbit/s. Bereits ein einziger Laserpuls pro Punkt reicht dafür aus, wobei sich die benachbarten Punkte leider stören. Das maschinelle Lernmodell löst die entstehenden Interferenzen jedoch vollständig auf. Auf dem Weg zur Massenanwendung gibt es wie immer reichlich Hürden, in diesem Fall sind es vor allem die Kosten fürs Schreiben und Leben sowie die Suche nach einem geeigneten System, das dazu dient, gezielt Daten wiederzufinden. Doch auch das lässt sich wahrscheinlich überwinden. Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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