Blitze sind an sich schon recht spektakuläre Wetterphänomene. Die elektrischen Entladungen können bis zu eine Milliarde Volt erreichen und springen zwischen Gewitterwolken oder zwischen einer Wolke und der Erdoberfläche über. Forscher hat nun einen absoluten Rekordblitz aufzeichnen können. Der Mega-Blitz erstreckte sich über 709 Kilometer Länge, was mehr als doppelt so weit ist wie der vorherige Rekordhalter.


Auf der Jagd nach spektakulären Wetterphänomenen

In einem Blitzkanal fließen innerhalb von Sekundenbruchteilen Ströme von bis zu 100.000 Ampere, die die Luft bis zu 30.000 Grad aufheizen. Starke Blitze können außerdem sogar Antimaterie und Gammastrahlen freisetzen.


Das Auftreten von Blitzen wird inzwischen überwiegend mit Hilfe von Wettersatelliten überwacht, die mit speziellen Blitzsensoren ausgestattet sind. So können Meteorologen die Häufigkeit, Dauer und Länge von Blitzen registrieren. Dank dieser modernen Methoden ist inzwischen etwa bekannt, dass der globale Blitz-Hotspot über einem See in Venezuela liegt: Dort kommt es etwa 65 Mal am Tag zu Entladungen.

Hin und wieder zeichnen die Satelliten auch wahre Blitz-Giganten auf – Entladungen, die energiereicher, länger und auch anhaltender sind als normale Blitze. Mit Hilfe von vier Satelliten hat ein Team rund um Michael Peterson vom Los Alamos National Laboratory sich auf die Jagd nach solchen Mega-Blitzen gemacht.

Blitze verdoppeln bisherige Rekorde

Bei der Auswertung der Satellitendaten fanden die Forscher den bisher längsten Blitz der Welt: Er ereignete sich am 31. Oktober 2018 über Brasilien und überspannte eine Distanz von 709,8 Kilometern, also etwa der Strecke von London nach Basel. Der bisherige Rekordhalter wurde mit 321 Kilometer Länge im Jahr 2007 über dem US-Bundesstaat Oklahoma aufgezeichnet.

Und auch in Sachen Blitzdauer fanden die Forscher einen neuen Rekordhalter: Am 16. März 2019 erreichte ein Blitz über dem Norden Argentiniens eine Dauer von 16,73 Sekunden. Der bisherige Rekord betrug 7,74 Sekunden und wurde am 30. August 2019 über Südostfrankreich aufgestellt.

Dies sind außergewöhnliche Rekordwerte für Einzelblitz-Ereignisse. Solche Extreme sind lebende Beispiele dafür, wozu die Natur fähig ist. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sogar noch größere Extreme existieren. Wir werden diese beobachten können, wenn die Blitzsensoren noch besser werden„, so Randall Cerveny von der Weltwetterorganisation WMO.

Derartige Blitze zeigen auch, dass ein Gewitter auch dann gefährlich werden kann, wenn es vermeintlich noch weit weg ist. Experten befürworten, bereits ab einer Zeitspanne von 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner Sicherheit in Gebäuden oder Autos zu suchen. Außerdem kann sich die elektrische Ladung eines Blitzes bei feuchtem Untergrund von seinem Einschlagsort aus Dutzende Meter weit ausbreiten. Daher ist ein großer Abstand von Bäumen und anderen Blitzanziehungspunkten ratsam.

via WMO

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