Politik im Rahmen der Vereinten Nationen gleicht manchmal dem Bohren sehr dicker Bretter. So haben sich die Staaten der Weltgemeinschaft vor zehn Jahren auf zwanzig Ziele in Sachen Biodiversität verständigt. Während der diesjährigen UN-Generaldebatte in New York musste nun aber konstatiert werden: Bisher wurde keines dieser Ziele erreicht. Dies bedeutet natürlich nicht, dass noch gar keine Schritt in die richtige Richtung unternommen wurden. Dennoch ist dies eine eher unerfreuliche Zwischenbilanz. Rund sechzig Staaten haben sich daher am Rande der Versammlung zusammengefunden, um das Thema zukünftig noch stärker voranzutreiben. Gemeinsam unterzeichneten sie ein sogenanntes „Versprechen an die Natur“. Darin verpflichten sich die Staaten zu „bedeutsamen Taten und gegenseitiger Rechenschaft, um die Krise des Planeten anzugehen.“


Deutschland, Frankreich und Großbritannien machen mit

Zu den vereinbarten konkreten Punkten gehört unter anderem das Versprechen, ab dem Jahr 2050 keinen Plastikmüll mehr in die Weltmeere gelangen zu lassen. Außerdem soll der Fischfang und die Jagd stärker überwacht werden. In diesem Fall bedeutet dies vor allem, illegale Aktivitäten in diesen Bereich noch härter zu verfolgen. Das Ziel dabei ist klar: Die biologische Vielfalt auf dem Planeten soll so weit wie möglich erhalten werden. Zu den Unterzeichnern des gemeinsamen Versprechens gehört auch die Bundesrepublik. Selbiges gilt für andere europäische Schwergewichte wie Frankreich und Großbritannien. Viele weitere bedeutende Staaten konnten sich bisher aber noch nicht zu einer Unterschrift entschließen. So fehlen bei der Initiative unter anderem die Vereinigten Staaten, China, Indien und Brasilien.


Auf UN-Ebene sind nur langsam Fortschritte zu erwarten

Diese Länder sollen auch weiterhin auf internationaler Ebene eingebunden werden. So wird in den nächsten Tagen im Rahmen der Vereinten Nationen eine erste hochrangige Konferenz zum Thema Artenvielfalt stattfinden. Diese dient allerdings erst einmal dazu, das Thema überhaupt in den Vordergrund zu rücken. Eine Abschlusserklärung mit gemeinsamen Zielen ist nicht geplant. Im kommenden Jahr ist dann in der chinesischen Stadt Kunming eine UN-Biodiversitätskonferenz vorgesehen. Ob die Staaten sich dort auf ein stärkeres gemeinsames Engagement einigen werden können, lässt sich bisher noch nicht seriös prognostizieren. Die 60 Unterzeichner des Versprechens an die Natur wollen sich darauf jedenfalls nicht verlassen und kündigten daher schon jetzt mehr eigenen Einsatz bei diesem wichtigen Thema an.

Via: FAZ

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