Paris will zum Vorreiter der urbanen Verkehrswende werden. Bürgermeisterin Anne Hidalgo setzt alles daran, die Metropole fahrradfreundlich zu machen und die Autos auszubremsen. Auch die Metro spielt in ihren Plänen eine wichtige Rolle. Wie läuft das Projekt derzeit, sind Erfolge zu verzeichnen?


Alles eitel Sonnenschein im fahrradfreundlichen Paris?

Fahrradnutzung ist um 37,3 Prozent gestiegen

Tatsächlich geistert eine Erfolgsmeldung aus Paris durch die Medien: Der Fahrradverkehr hat in den ersten drei Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37,3 Prozent zugenommen. Auch die Metronutzung legte um 12,6 Prozent zu, doch der Autoverkehr im Stadtzentrum nahm nur um 5,5 Prozent ab. Die Pariser Parkhäuser melden 2 Prozent weniger Kundschaft, während die Stadtautobahn eine Entlastung von 1,7 Prozent verzeichnet. Mehr Menschen treten also in die Pedalen, verzichten aber nicht im gleichen Maße aufs Auto.

Etwa 1.000 Kilometer Radweg stehen den Parisern inzwischen zur Verfügung, 52 Kilometer davon sind derzeit noch provisorisch, sie stammen aus Corona-Zeiten und wurden damals mit Betonsperren gesichert. Diese verwandeln sich nach und nach in reguläre Radwege. Die Stadt trennt außerdem nach und nach das vorhandene Radnetz mit Bordsteinen von den Autospuren. Kraftfahrzeuge haben keine Zufahrt mehr zu den Uferstraßen der Seine, dort tummeln sich nur noch Radler und Fußgänger. Zahlreiche neue Grünflächen entstehen, beinahe im gesamten Stadtgebiet herrscht mittlerweile Tempo 30.


Kritik kommt von Lieferanten und Handwerkern

Bis Anfang 2024 soll ein weiteres Bauprojekt beendet sein: die verkehrsberuhigte Zone im Stadtzentrum. Dazu sind Fahrstreifenreduzierungen auf der Stadtautobahn geplant – und die Sportstätten der Olympischen Spiele erhalten fürs nächste Jahr ein 60 Kilometer langes Radelnetz. Schon jetzt zeigen sich erste Erfolge in der messbaren Abnahme der Luftverschmutzung, doch es gibt auch Kritik: Lieferanten und Handwerker verlieren den Zugang zu ihren innerstädtischen Kunden, finden nach eigener Aussage nicht mehr genügend Parkmöglichkeiten. Ob die vielen tausend täglichen Pendler reibungslos mit dem Bike oder der Bahn zur Arbeit gelangen, ist fraglich. Aber auch daran wird vermutlich gefeilt.

Quelle: heise.de

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