11.000 Satelliten wurden seit Beginn der Raumfahrt ins All geschossen. Und mit Projekten wie Starlink von SpaceX, Amazon Kuiper oder auch IRIS2 von der EU, in deren Rahmen große Zahlen kleiner Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, hat die Menge von Satelliten, die Jahr für Jahr ins All geschossen werden, drastisch zugenommen. In Japan arbeiten Forscher:innen daran, diesen Aspekt der Raumfahrt ein wenig nachhaltiger zu gestalten. Mit Satelliten aus Holz.


Holzproben im Weltraum

An solchen Holz-Satelliten arbeitet derzeit ein Team der Universität Kyoto und des japanischen Startups Sumitomo Forestry. Diese Kooperation läuft bereits seit 2020. Im März 2022 schloss sich das Team dann mit der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA zusammen und schickte insgesamt drei verschiedene Holzzarten hoch zur Internationalen Raumstation, um deren Widerstandsfähigkeit unter den im Weltall herrschenden Bedingungen zu testen. Dazu blieben die Holzproben insgesamt etwa zehn Monate lang im Kibo-Modul der JAXA auf der ISS.


Wir waren erstaunt über die Fähigkeit von Holz, den simulierten Bedingungen im niedrigen Erdorbit standzuhalten”, so Koji Murata, der das Projekt an der Unitersität Kyoto leitet. Letzte Woche konnte das Team dann die Ergebnisse des Experiments bekanntgeben. Diese waren durch die Bank vielversprechend. Als am widerstandsfähigsten gegenüber den Bedingungen im Weltall erwies sich die Magnolie.

Voll funktionsfähiger Holzsatellit ist in Arbeit

Laut den Forscher:innen kam es bei der Magnolien-Probe zu keinerlei Zersetzung, Verformung, Rissen, Abblätterungen oder anderen Schäden an der Oberfläche – und das trotz der im All herrschenden niedrigen Temperaturen und der ständigen Konfrontation der Probe mit kosmischer Strahlung. Im Laufe der nächsten Jahre möchte das Team nun einen ersten voll funktionsfähigen Holzsatelliten entwickeln und in die Umlaufbahn bringen.

Der (zumindest teilweise) Übergang zu Satelliten aus Holz könnte ein sinnvoller Beitrag zur Reduzierung von Weltraum-Müll werden. Denn wenn ein Satellit seine Lebensdauer überschritten hat, wird er in der Regel zu einem Stück Schrott, das in der Umlaufbahn verbleibt. Und auch wenn ein Satellit in der Erdatmosphäre verglüht ist das nicht komplett unproblematisch. Denn beim Wiedereintritt und dem damit verbundenen Verglühen verbrennt Aluminium, was langfristig zur Entstehung eines neuen Ozonlochs beitragen kann. Diesen Effekt zu minimieren ist inzwischen umso wichtiger, da große Mengen Satelliten in den Erdorbit eingebracht werden. Von militärischen Anwendungen über ziviles GPS hin zu High-Speed-Internet via Satellitenverbindung spielen Satelliten eine immer größere Rolle in unserem Leben.

via Futurism

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