Hat sich jemand von euch schon einmal gefragt, wie viel Tequila jedes Jahr produziert wird? Es sind unfassbare 96 Millionen Liter, hauptsächlich gewonnen aus Agaven. Als biologisches Nebenprodukt bleiben Agaven-Fasern zurück, und zwar 289 Millionen Tonnen pro Jahr. Ein Drittel davon landet derzeit im Müll, weil es keine Verwendung dafür gibt. Doch das könnte sich bald schon ändern.


Von <a href=“https://www.wikidata.org/wiki/Q15080600″ class=“extiw“ title=“d:Q15080600″>Ralf Roletschek</a> – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Natürliche Agave-Fasern versus umweltschädliches Erdöl

Polyester gehört zu den Kunststoffen, die besonders weite Verbreitung finden. Vor allem in unserer Kleidung haben es sich die robusten Fasern bequem gemacht und widerstreben dabei jeglicher Nachhaltigkeit. Polyesterfasern werden aus Erdöl hergestellt, und das mit hohem Energieaufwand. Biologisch abbaubar sind sie nicht, darum ist es umso bedenklicher, dass immer mehr Polyestermikrofasern aus unseren Waschmaschinen in die Gewässer strömen. Nun hat eine mexikanische Studentin ein echtes »Gegenprodukt« entwickelt, bestehend aus Tequila-Abfall, also Agave-Fasern. Der Clou: Dieses Material ist in Hülle und Fülle verfügbar und lässt sich vollständig kompostieren.

Dünner Faserfilm, der sich beliebig formen lässt

Die junge Erfinderin Fernanda Ordorica Bechelany ist am National School of Architecture, Art and Design Tecnologico in Monterrey eingeschrieben. Das von ihr produzierte Material entsteht aus einem dünnen Film aus Agavefasern und lässt sich auf verschiedene Weise in Form bringen. Man kann damit nähen, es im Siebdruck nutzen und natürlich auch Textilfasern daraus herstellen. Ein nachhaltiger potentieller Polyester-Ersatz also, für den Fernanda bereits eine Auszeichnung erhielt. Der »„Second Life of Things in Design“-Award ging an sie, ein internationaler Publikumspreis, der mit einer Belohnung von 2.000 Euro einhergeht. Die Mexikanerin setzte sich gegen 49 weitere männliche und weibliche Finalisten durch.


Fernanda plant Großes: „Ich hoffe, den Preis in weitere Forschungsarbeiten zu investieren, um letztendlich ein Material zu erschaffen, das weltweit effizient verwendet werden könnte.« Tatsächlich könnte die junge Designerin mit ihrer Erfindung eine grüne Revolution auslösen – und die Welt wieder ein Stück weit in Ordnung bringen.

Quelle: techandnature.com

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