Menschen brauchen unterschiedlich viel Schlaf – das ist schon länger bekannt. Während einige ihre acht Stunden brauchen, sind sechs Stunden oder sogar weniger für andere tolerierbar oder sogar ausreichend. Aber viel weniger sollte es nicht sein. Denn eine neue Studie bestätigt: Wer dauerhaft weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht bekommt, der schadet seiner Gesundheit. So erhöht sich etwa das Risiko, an einer chronischen Krankheit zu erkranken, um 30 bis 40 Prozent. Besonders wichtig wird der regelmäßige, ausreichende Schlaf im mittleren und höheren Alter, also etwa ab 50 Jahren.


Schlaf ist lebenswichtig

Ohne Schlaf können Menschen nicht überleben. In der Zeit, die wir schlafend verbringen, schwemmt unser Gehirn Abfälle aus, rekalibriert Synapsen und speichert Gelerntes ab. Aber auch der Körper benötigt den Schlaf, um sich zu regenerieren. Wer zu wenig schläft, ist reizbarer, unkonzentrierter und neigt sogar zu verfälschten Erinnerungen. Bei Kindern kann Schlafmangel sogar zu einer Beeinträchtigung der Gehirnetwicklung führen.


Ab wann zu wenig Schlaf wirklich gesundheitsschädlich ist, ist bisher noch relativ unklar. Ein Team rund um Séverine Sabia von der Universität Paris ist dieser Frage in einer Langzeitstudie mit etwa 7.800 Teilnehmern nachgegangen. 25 Jahre lang wurden die Teilnehmer, die zu Studienbeginn 50 Jahre alt waren, regelmäßig untersucht und nach ihren Schlafgewohnheiten befragt. Dabei konzentrierten sich die Forscher:innen auf eine Häufung von chronischen Erkrankungen – ein Phänomen, das man als Multimorbidität bezeichnet. Multimorbidität nimmt in den Industrieländern immer mehr zu, mehr als die Hälfte der älteren Erwachsenen hat bereits mindestes zwei chronische Erkrankungen„, so Sabia, Zu diesen Erkrankungen gehören unter anderen Bluthochdruck, Diabetes, Krebs, Arteriosklerose, Krebs, Arthritis und Demenzerkrankungen. Die genaue Rolle, die der Schlaf dabei spielt, war bisher weitgehend ungeklärt.

Weniger als fünf Stunden pro Nacht sind schädlich

Bei der Auswertung der Daten der Studie zeigte sich, dass ein nächtlicher Schlaf von fünf Stunden oder weniger bei unter 50-jährigen im Vergleich zu denen, die sieben oder mehr Stunden schliefen, zu einem um 20 Prozent erhöhten Risiko führt, eine chronische Krankheit zu entwickeln. Wenn der kurze Schlaf über längere Zeit anhält, steigt das Risiko für eine weitere chronische Erkrankung um 40 Prozent.

Ähnlich sieht es bei Menschen aus, die 60 oder 70 Jahre alt sind: Bei ihnen stieg das Risiko sogar um 30 bis 40 Prozent. „Damit zeigen unsere Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen zu kurzer Schlafdauer und der Entwicklung multipler chronischer Krankheiten„, so die Forscher:innen.

Langer Schlaf bringt keine Vorteile

Außerdem untersuchte das Team, inwiefern ein langer Nachtschlaf von neun Stunden oder mehr die Gesundheit beeinflusst. Hier zeigten sich auch für Menschen im mittleren Alter keine Vorteile. Bei Menschen im höheren Alter, die besonders lange schlafen und bereits unter einer chronischen Erkrankung leiden , deutet das im Gegenteil sogar auf eine schlechtere Schlafqualität und ein erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen hin.

Die Empfehlung lautet, nachts rund sieben bis acht Stunden lang zu schlafen – eine Schlafdauer darüber oder darunter erhöht das Risiko für chronische Erkrankungen. Um den Nachtschlaf zu verbessern, sollte man auf eine gute Schlafhygiene achten: den Schlafraum dunkel und gut temperiert halten, vor dem Zubettgehen keine großen Mahlzeiten mehr einnehmen und elektronische Geräte meiden„, so Sabia. Außerdem empfiehlt sich ausreichend Bewegung und frische Luft über den Verlauf des Tages.

via University College London

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