Dass fossile Energieträger wie Öl, Kohle und Gas für einen Großteil der verursachten CO2-Emissionen verantwortlich sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Überraschend sind die nun vom „Climate Accountability Institute“ vorgelegten Zahlen dennoch. Denn sie verdeutlichen eine bisher nur selten diskutierte Problematik: Während alle Menschen weltweit unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben, ist die Zahl der Profiteure des lange ungehemmten CO2-Ausstoßes durchaus begrenzt. Für ihre Berechnungen haben die Forscher nun vor allem zwei Werte herangezogen. Zum einen die Emissionen, die durch den Verbrauch der fossilen Energieträger entstanden sind. Zum anderen aber auch die Auswirkungen, die beispielsweise der Transport und die Förderung mit sich brachten. Folgt man den Zahlen des renommierten Instituts, dann waren seit 1965 die folgenden zwanzig Firmen für 35 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich:


Unternehmen:Verursachte Emissionen
(in Milliarden Tonnen)
Saudi Aramco59,26
Chevron43,35
Gazprom43,23
ExxonMobil 41,90
National Iranian Oil Co 35,66
BP 34,02
Royal Dutch Shell 31,95
Coal India 23,12
Pemex 22,65
Petróleos de Venezuela 15,75
PetroChina 15,63
Peabody Energy 15,39
ConocoPhillips 15,23
Abu Dhabi National Oil Co 13,84
Kuwait Petroleum Corp 13,48
Iraq National Oil Co 12,60
Total SA
12,35
Sonatrach
12,30
BHP Billiton 9,80
Petrobras 8,68
Quelle: Richard Heede, Climate Accountability Institute. Note: table includes emissions for the period 1965 to 2017 only

Es gibt keine saubere Form der fossilen Energieträger

Auffällig ist dabei vor allem die Tatsache, dass es in diesem Punkt offensichtlich keinen großen Unterschied zwischen staatlichen Unternehmen und Privatfirmen gibt. Denn acht der genannten Konzerne befanden sich im angesprochenen Zeitraum in Privatbesitz. Die restlichen zwölf gehörten jeweils einem Staat. Dies belegt, dass es keine wirklich klimatechnisch saubere Form der Förderung fossiler Energieträger gibt. In gewisser Weise wird dadurch die Forderung der weltweiten Klimabewegung unterstützt, möglichst schnell aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Zumindest in Sachen Kohlestrom geschieht dies auch in vielen Ländern schon. So haben unter anderem Frankreich, Großbritannien und Deutschland bereits konkrete Ausstiegstermine festgelegt. In einigen Schwellenländern – etwa Indien – verdrängen wiederum preiswerte Erneuerbare Energien nach und nach die Kohle.


Die weltweite Nachfrage ist ein Teil des Problems

Die Berechnungen des „Climate Accountability Institute“ sind daher extrem hilfreich, um zu verstehen, worin ein nicht unerheblicher Teil unserer CO2-Emissionen seine Ursache hat. Sie ist in gewisser Weise aber auch ein bisschen unfair. Denn natürlich haben die genannten Unternehmen die Belastung für das Klima nicht alleine zu verantworten. So wurde beispielsweise das geförderte Öl ja nicht direkt vor Ort verfeuert. Vielmehr dürfte ein nicht unerheblicher Teil davon weltweit in Autotanks gelandet sein. Auch zahlreiche Wirtschaftszweige beruhten und beruhen auf der Nutzung fossiler Energieträger. Erst diese Nachfrage sorgte dafür, dass so viel Öl, Gas und Kohle gefördert wurde. Somit verteilt sich die Verantwortung auf sehr viele Schultern – auch wenn die genannten Firmen jeweils sehr hohe Gewinne eingestrichen haben.

Die britische Zeitung „The Guardian“ hat die betroffenen Unternehmen angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Die Antworten könnt ihr hier lesen: Climate emergency: what the oil, coal and gas giants say

Via: The Guardian

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