Solarstraßen, die in Zukunft Strom produzieren, mit LEDs bestückt werden und Markierungen deutlich machen oder über Hindernisse hinter der Kurve informieren und zuletzt auch noch beheizt sind, um Glätte bei Schnee zu vermeiden, klingen vielversprechend. Solar Roadways, die per Crowdfunding über zwei Millionen US-Dollar einsammeln konnten, haben nun die ersten Solarpanels mit rauer Oberfläche und integrierten LEDs im Boden verankert.


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Solar Roadways beginnt Testphase in der Öffentlichkeit

Die in der Kleinstadt Sandpoint verlegten Solarpaneele sollen zunächst als Teststrecke fungieren und wichtige Daten liefern. So wird beispielsweise die Effizienz der Platten gemessen, aber auch die Widerstandsfähigkeit bei schlechten Witterungen und auch die Ausbeute in den Wintermonaten. Die speziellen, im Boden verankerten, Solarplatten sollen auch Schwergewichten wie Lkws trotzen und sehr stabil sein. Um als Straßenbelag zu taugen, sind die Anforderungen an die Stabilität und Unempfindlichkeit enorm. Schließlich dürften Ortschaften, die sich eines Tages vielleicht für einen kleinen Streckenabschnitt aus Solarpaneelen entscheiden, kein großes Interesse daran haben, die Straßen alle zwei Jahre zu reparieren. Die von Solar Roadways verlegten Photovoltaikelemente sollen zunächst Strom für den Betrieb eines Springbrunnens und für die Beleuchtung einer öffentlichen Toilette generieren. In diesem ersten Praxistest sollen sich die Solarmodule auch im Alltag schlagen. Bewährt sich die Technologie, sollen in Zukunft auch Teile der Historic Route-66 zur Solarstraße umgebaut werden. 30 Solarzellen hat Solar Roadwys nun verlegt. Das Ergebnis wurde in Bildern festgehalten, zusätzlich kann man jedoch auch live per Webcam den Blick auf die integrierten Solarplatten richten.


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Vororte und kleinere Städte dürften zunächst geeignet sein

In Frankreich arbeitet man bereits an vergleichbaren Projekten. Ziel ist es eine tausend Kilometer lange Solarstraße zu bauen. Bis 2020 soll die stromproduzierende Straße fertiggestellt werden. Auch in Deutschland wird an dem Straßenbelag der Zukunft getüftelt. Die RWTH Aachen möchte Solarpaneele für die Straße entwickeln, die nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Schadstoffe aus der Luft abbauen und sich selbst säubern können. Der Problemaufriss ist wesentlich komplexer, als diesen beispielsweise Solar Roadways bisher betreibt. Solarstraßen müssen einfach genauso sicher und wartungsarm sein, wie herkömmlicher Straßenbelag. Problematisch sind dabei auch Verunreinigungen und im Boden verlegte Stromkabel, die angrenzende Straßen anfälliger machen und Wasser das abgeleitet werden muss. Moderner Asphalt, der beispielsweise als „Flüsterasphalt“ auf Autobahnen zum Eisnatz kommt ist nicht nur haltbar, sondern kann Wasser auch bis zu einem bestimmten Grad absorbieren.

Solarstraßen sind dennoch spannend und könnten vor allem abschnittsweise in kleineren Städten oder Vororten installiert werden. In 30-Zonen beispielsweise, könnten die Platten genug Strom produzieren, um umliegende Häuser zu versorgen. Auch die Grip-Problematik dürfte bei 30 bis 50 km/h schnell fahrenden Fahrzeugen in den Griff bekommen zu sein. Was noch für Solarstraßen spricht, ist die Möglichkeit diese mit Heizmodulen auszustatten, so dass sich kein Eis im Winter darauf bilden kann. Weiterhin dürften sich auch LEDs zur Darstellung von Fahrbahnmarkierungen als nützlich erweisen. Über die Ampel gehende Fußgänger könnten zudem besser „herausgebildet“ werden. Hierfür ist auch ein recht interessanter Clip im Netz zu finden.

Gehwege und öffentliche Plätze würden sich ebenfalls gut für die Solarplatten eignen. Parkplätze wären eher ungeeignet, schließlich versperren parkende Autos tagsüber die Sonne. Insgesamt dürften Solarstraßen in Zukunft eine weitere Alternative zu auf Dächern installierten Modulen darstellen. Bisher ist die Technologie jedoch noch einfach zu teuer und der Bedarf zu gering. Im Zuge der Energiewende muss jedoch in Zukunft noch einiges passieren.

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