Gegen Feinstaub ist ein Kraut gewachsen: Das haben nun die Stuttgarter erfahren, die schon seit einigen Jahren mit diesem Luftverschmutzungsproblem kämpften. Die ehemals hohe Belastung hat sich deutlich reduziert, zwei Jahre lang wurden die EU-Grenzwerte deutlich eingehalten. Der Feinstaubalarm, der im Januar 2016 zum ersten Mal in Kraft trat, hat jetzt seine Schuldigkeit getan.


Von MSesesEigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Seit 2006 gibt es in Stuttgart einen Luftreinhalteplan

Seit dem 15. April 2020 gibt es in Stuttgart keinen Feinstaubalarm mehr. Die Kessellage der baden-württembergischen Hauptstadt begünstigt die Ansammlung von Luftschadstoffen, seit 2006 existierte ein offizieller Luftreinhalteplan. 2015 drohte die EU trotzdem mit einer Klage, weil die Feinstaub- und Stickstoffdioxidkonzentrationen allzu oft weit über den geforderten Werten lagen. Ende desselben Jahres richteten die Stadtväter einen Appell an die Bevölkerung, verstärkt die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und, wo möglich, auf das Auto zu verzichten. Die berühmt-berüchtigte Messstelle Neckartor zeichnete trotzdem an 68 Tagen des Jahres 2015 den Maximalwert von 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter auf. 35 Tage wären erlaubt gewesen, die Überschreitung betrug also beinahe 100 Prozent.

Mehrere Maßnahmen bewirkten gemeinsam den Erfolg

2016 trat also unweigerlich der Feinstaubalarm in Kraft, der ausgelöst wurde, sobald der Deutsche Wetterdienst an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine bestimmte Wetterlage vorhersah. Das Ergebnis waren nur noch 58 Überschreitungstage, 2017 rauschte dann die Zahl auf 20 herunter. 2019 gab es einen leichten Anstieg auf 27 Tage, doch damit blieb das Neckartor immer noch unter den EU-Vorgaben.


Was hat diesen starken Verbesserungseffekt genau bewirkt? Die Experten sind sich in dieser Angelegenheit nicht ganz einig, weil sich mehrere Maßnahmen überlagerten. Eine an der B 14 angelegte Mooswand nahm zwar jede Menge Staub auf, vertrocknete dabei aber zusehends. Am Straßenrand aufgebaute Filtersäulen und eine regelmäßige Nassreinigung entfalteten wahrscheinlich eine dauerhafte Wirkung, auch die Motorentechnik der Fahrzeuge hat sich inzwischen verbessert. Partikelfilter nicht nur für Dieselwagen, sondern auch für Benziner, tragen sicher ebenfalls zum Erfolg bei.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

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