US-Präsident Donald Trump gehört zu den bekanntesten Leugnern des Klimawandels. Dies hat auch konkrete Auswirkungen auf seine Politik. So verließen die Vereinigten Staaten unter seiner Führung den Weltklimavertrag von Paris. Außerdem hat er sich eine Renaissance der Kohle auf die Fahne geschrieben. Vor diesem Hintergrund sind die neuesten Zahlen der Internationalen Energieagentur durchaus überraschend: So ging der CO2-Ausstoß der Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um stolze 140 Millionen Tonnen zurück. Dies entspricht immerhin einem Rückgang um vier Prozent. Damit befinden sich die USA in guter Gesellschaft. Auch in anderen Industriestaaten waren teilweise deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Dort allerdings bemühen sich die Regierungen auch massiv darum. Wie aber sind die Zahlen aus den USA zu erklären?


Foto: Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0

Kohle ist schlicht zu teuer geworden

Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass der Rückgang sich beinahe ausschließlich auf den Bereich der Energieversorgung beschränkt. In allen anderen Sektoren – etwa dem Verkehr oder der Industrie – sind die Werte bestenfalls stabil geblieben. Im Energiesektor wiederum sorgten die Kräfte des Marktes dafür, dass die Renaissance der Kohle trotz massiver politischer Unterstützung eben nicht einsetzte. Stattdessen ist die Förderung von Erdgas in den Vereinigten Staaten inzwischen so preiswert, dass es zu einem Boom der Gaskraftwerke kam. Weil diese deutlich emissionsärmer sind als Kohlekraftwerke, ergibt sich somit ein positiver Effekt für die Klimabilanz. Verstärkt wird dies durch die Tatsache, dass auch die Erneuerbaren Energien inzwischen oftmals preiswerter sind als die klassische Kohle.

Die USA bestehen nicht nur aus der Trump-Administration

Die Konzentration auf Erdgas zur Energiegewinnung kann auf Dauer aber keine Lösung sein. Denn es handelt sich immer noch um einen fossilen Energieträger mit nicht unerheblichen CO2-Emissionen. Das in Paris ursprünglich angepeilte Ziel von Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 lässt sich so nicht erreichen. Zumal in den präsentierten Zahlen lediglich die beim Verbrennen des Erdgas anfallenden Klimaemissionen enthalten sind. Ausgerechnet die Werte für die bei der Förderung entstehenden Emissionen könnten in den vergangenen Jahren aber massiv unterschätzt worden sein. Eine wirkliche Lösung stellt also nur der Ausbau der Erneuerbaren Energien dar. Auch hier stehen die USA allerdings besser da als ursprünglich befürchtet. Denn viele Bundesstaaten und Städte haben sich freiwillig zur Einhaltung der Klimaziele von Paris verpflichtet.


Via: Die Zeit

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