Etwa 100.000 Jahre dauert es, bis sich die Strahlung unseres Atommülls so stark reduziert, dass er ungefährlich ist. In dieser endlos langen Zeit eine sichere Lagerung zu bewerkstelligen, das scheint aus Sicht vieler Menschen unmöglich. Was wird mit unseren »Endlagern« geschehen, in tausend, fünftausend oder fünfzigtausend Jahren? Kein Wunder, dass das Lagerproblem zu den größten Streitpunkten beim Thema Atomkraft gehört und häufig als Argument dient, es mit dieser Art der Energieerzeugung ganz sein zu lassen. Doch nun haben Forscher des Jefferson Labs in den USA eine Methode zur drastischen Verringerung der Radioaktivität entwickelt.


Atommüll

USA unterstützt das Projekt mit 8,17 Milliarden Dollar

Ein Teilchenbeschleuniger soll’s richtigen, namentlich der Thomas Jefferson National Accelerator Facility (ARPA-E). Das US-Departement Of Energy (DOE) unterstützt die Entwicklung dieses Geräts mit gigantischen 8,17 Milliarden Dollar, es sieht darin also eine echte Zukunftsoption. In 30 Jahren soll die neue Technik damit beginnen, den gesamten Bestand an Atommüll in den USA zu verarbeiten, bis kurz vor die Ungefährlichkeit. Nur noch 300 weitere Jahre sollen nach diesem Prozess vergehen, bis die Radioaktivität den harmlosen Level erreicht – 99,7 Prozent weniger Zeit als bisher. Drei Jahrhunderte wirken tatsächlich gegenüber 100 Jahrtausenden sehr überschaubar!

Endprodukt ist eventuell weiterverwendbar

Der Linearbeschleuniger beschießt ein Zielmaterial, beispielsweise flüssiges Quecksilber, mit einem hochenergetischen Protonenstrahl. Dies geschieht im Accelerator-Driven-System (ADS), wo sich im Rahmen der sogenannten Spallation Neutronen abspalten. Die Neutronen wiederum treffen auf die Isotope des Atommülls und wandeln sie sozusagen im Zeitraffer um. Ob das Endprodukt danach für andere Prozesse verwendbar ist oder 300 Jahre sicher gelagert werden muss, steht noch nicht fest.


Da die bestehende Technologie noch verbesserungswürdig ist, dauert die Fertigstellung des neuen Teilchenbeschleunigers noch einige Zeit. So ist beispielsweise der Einsatz des Metalls Niob nötig, und zwar fast bis zum absoluten Nullpunkt gekühlt. Durch den Zusatz von Zinn lässt sich die benötigte Temperatur um wenige Grad erhöhen, was zu einer deutlichen Reduktion der Kühlsysteme und damit auch des Energieaufwands führt. Insgesamt basteln die Wissenschaftler noch an der Effizienz der Spallation, stimmen aber durchaus mit der Zielmarke überein, in drei Jahrzehnten komplett einsatzklar zu sein.

Quelle: futurezone.at 

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