Die OLED-Technologie ist aus der modernen Welt gar nicht mehr wegzudenken. Zum Einsatz kommt sie beispielsweise bei Smartphone-Displays oder Fernsehern. Forscher des University College London und des Italian Institute of Technology haben nun noch eine weitere Einsatzmöglichkeit präsentiert: Sie haben OLED-Tattoos entwickelt, die sich einfach auf der Haut aufbringen lassen und dort dann leuchten. Anders als es der Name suggeriert, handelt es sich aber nicht um eine Veränderung für die Ewigkeit. Stattdessen lassen sich die leuchtenden Tattoos einfach wieder abwaschen. Noch ist der Ansatz zudem nicht vollständig ausgereizt. So haben die Forscher bisher lediglich grün leuchtende Tattoos hergestellt. Sie gehen aber davon aus, dass sich das gesamte RGB-Farbschema abbilden lässt. Auch konkrete Anwendungen müssen zunächst noch entwickelt werden.


Bild: Barsotti – Italian Institute of Technology

Das leuchtende Tattoo kann Informationen übermitteln

Das Tattoo selbst besteht aus einer lediglich 2,3 Mikrometer dicken Polymerschicht. Möglich wurde dies durch eine Rotationsbeschichtung, die Material extrem dünn und genau auftragen kann. Zwischen der Schicht wiederum befindet sich ein Elektroden-Paar. Eine isolierende Schicht auf der Oberseite sorgt wiederum dafür, dass das Tattoo gegen äußere Einflüsse geschützt ist. Aufgetragen werden kann das Ganze dann nicht nur auf der menschlichen Haut, sondern auch auf vielen anderen Oberflächen. Interessant ist die Verwendung vor allem, wenn man das leuchtende Tattoo mit verschiedenen Sensoren koppelt. So ist es etwa denkbar, den austretenden Schweiß eines Sportler zu erfassen und diesen dann per Leuchtsignal vor einer möglichen Dehydration zu warnen. Analog dazu ließe sich auch eine Warnung vor Sonnenbrand übermitteln.

Hilfreich auch beim Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Natürlich lassen sich die Tattoos aber auch schlicht nutzen, um einen optischen Effekt zu erzielen. Wer möchte, könnte auf diese Weise beispielsweise für leuchtende Fingernägel sorgen. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen zudem über die menschliche Haut hinaus. Denn die OLED-Tattoos lassen sich beispielsweise auch auf Lebensmitteln anbringen. Dort könnten sie dann etwa bei Obst anzeigen, ob es noch genießbar ist. Im Idealfall könnte dadurch die Lebensmittelverschwendung reduziert werden. Denn heute wandern oft eigentlich noch gute Nahrungsmittel in den Müll, weil unsicher ist, ob sie noch gegessen werden können. Eine einfache Leuchtanzeige könnte hier theoretisch Abhilfe schaffen. Zunächst einmal steht den Forschern aber noch etwas an Entwicklungsarbeit bevor. Denn bisher nimmt das verwendete Polymer an der Luft noch recht schnell Schaden. Hier muss eine Lösung gefunden werden, um die skizzierten Nutzungsmöglichkeiten tatsächlich zu realisieren.


Via: Techspot

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