Stammzellenbehandlungen gelten als Zukunft der Medizin. Noch stecken sie allerdings in den Kinderschuhen. Ärzten in Japan gelang nun eine Weltpremiere: Sie behandelten im Rahmen einer Studie ein neugeborenes Baby mit Leberstammzellen und retteten dem Kind so das Leben.


Das Baby in Japan litt an einer relativ seltenen genetischen Erkrankung, bei der der Leber ein Enzym fehlt, das dafür zuständig ist, Stickstoff in Harnstoff umzuwandeln. Ohne dieses Enzym sammelt sich im Blut Ammoniak, was potentiell tödliche Folgen hat.


Die Standardbehandlung für diese Erkrankung ist eine Lebertransplantation. Diese kann aber erst in einem Alter von drei bis fünf Monaten durchgeführt werden, und bis dahin kann es dann durchaus zu spät sein.

Brückenbehandlung: Ärzte bringen Baby zur Lebertransplantation

In ihrer klinischen Studie haben die Ärzte des Japan’s National Center for Child Health and Development (NCCHD) bei dem sechs Tage alten Baby daher eine Transplantation von Leberzellen (Hepatozyten) durchgeführt, die aus embryonalen Stammzellen gezüchtet wurden. Die Zellen wurden in die Leber des kleinen Patienten injiziert. Anschließend konnte kein Anstieg des Ammoniak im Blut festgestellt werden. Die Ärzte konnten das Baby so am Leben erhalten, bis eine Lebertransplantation sicher durchgeführt werden konnte.

Im Rahmen der Studie kam es zu mehreren Premieren. Es war das erste Mal, dass eine Lebererkrankung mit transplantierten Hepatozyten behandelt wurde. Außerdem wurden auch erstmals menschliche Stammzellen in einer japanischen Studie benutzt. Die Forscher wollten damit die Sicherheit und Effizienz solcher Behandlungen an Menschen aufzeigen.

Den Forschern zufolge können solche „Brückenbehandlungen“ Babys mit der gleichen Krankheit generell am Leben erhalten, bis eine Transplantation möglich ist.

via NCCHD

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