Waldbrände in Australien und Südamerika – Abholzung, wohin auch immer man schaut: Um die Wälder unseres Platen steht es insgesamt nicht. Europa bewegt sich allerdings gegen den Trend, von 1990 bis 2015 gewann unser Kontinent 21 Millionen Hektar Wald hinzu. Das ist so viel wie fünf Mal die Schweiz! Leider fördern wir Europäer eher forstwirtschaftliche Monokulturen als wilde Wälder. In Frankreich soll das nun anders werden.


Ein wilder Wald wächst, wie er will. In Europa ist das eine Seltenheit geworden.

Verbesserter Arten- und Umweltschutz durch wilde Wälder

Ein volles Drittel aller europäischen Wälder basiert auf einer einzigen Hauptbaumart, sie stellen ganz sicher keine natürlichen Biotope dar. Wir haben außerdem die Robinie aus Nordamerika importiert, die wirklich gut darin ist, heimische Bäume zu verdrängen. Wilde Wälder mit einheimischen Baumarten, die einfach so wuchern, wie die Natur es will, sind selten geworden. Uralte Bäume, abgebrochene, modernde Äste, dichtes Gebüsch und eine große Vielfalt von Pflanzenarten: Das ist es, was einen echten Wald ausmachen sollte. In 51 regionalen Naturparks strebt Frankreich nun genau dieses Urbild eines heimischen Ökosystems an, für einen besseren Arten- und Umweltschutz.

Vorbildhaftes Beispiel: der Naturpark Baronnies Provençales

Als Beispiel dient uns der Naturpark Baronnies Provençales mit seinen Eschen, Weiden und Erlen – sowie seinen Eichen, Buchen, Kiefern und Obstbäumen. Er liegt zwischen den Städten Grenoble und Marseille und nimmt 180.000 Hektar Fläche für sich in Anspruch. Der Park grenzt nördlich an den Fluss Tourlourenc, dessen Ufer sich mit den besonders durstigen Baumarten schmücken. Auch Feuchtgebiete und Felswände sind im Naturschutzgebiet integriert, die Anzahl der Pflanzenarten beläuft sich auf etwa 2.000. Hinzu kommen ungefähr 200 geschützte Tierarten, die in Baronnies Provençales Heimat gefunden haben, darunter sogar drei Arten von Geiern.


Der Naturpark ist alles andere als menschenleer, beinahe 100 Gemeinden liegen mitten in dieser üppigen Natur. Sie stimmten allesamt einer Charta zu, die für nachhaltige Entwicklung plädiert. Einige geschützte Zonen dürfen beispielsweise nicht mehr motorisiert befahren werden, es gilt, Tiere und Pflanzen in Ruhe zu lassen. Mehr von diesen wilden Wäldern stünden Europa gut zu Gesicht.

Quelle: geo.de

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