Der Titel „größte Solarfarm der Welt“ wurde in den letzten Jahren regelmäßig weitergereicht. Denn je preiswerter der Solarstrom wurde, desto eher lohnt sich auch der Bau immer größerer Anlagen. Im Norden Australiens könnten nun allerdings noch einmal ganz neue Maßstäbe gesetzt werden. Dort soll auf einer ehemaligen Viehstation im Outback eine Fläche von 10.000 Quadratkilometern mit Solarmodulen bestückt werden. Das Gebiet ist für eine solche Nutzung ideal geeignet: Es ist sehr flach und es gibt nur selten Wolken am Himmel. Außerdem befindet sich die Fläche in der Nähe einer Bahnstrecke. Dies erleichtert den Transport der für den Bau benötigten Materialien. Läuft alles nach Plan soll im Jahr 2023 mit den ersten Arbeiten an der Solarfarm begonnen werden. Die Stromproduktion könnte dann drei Jahre später starten.


Solarenergie
Foto: Solar Panels, Mountain/ \Ash, Flickr, CC BY-SA 2.0

Singapur setzt bisher fast ausschließlich auf Erdgas

Voll ausgebaut wird die Anlage dann eine Leitungsfähigkeit von zehn Gigawatt besitzen. Der produzierte Strom wird zunächst über oberirdische Leitungen in die Stadt Darwin transportiert. Dort erfolgt dann die Einspeisung in das nationale Stromnetz. Das Projekt ist aber auch deshalb interessant, weil nur ein Drittel des produzierten Stroms tatsächlich im Land verbleibt. Der Rest wird über Unterseekabel nach Singapur exportiert. Dort könnte dadurch immerhin ein Fünftel des Strombedarfs durch Solarenergie gedeckt werden. Dies würde einen gewaltigen Fortschritt darstellen. Denn bisher ist der Stadtstaat extrem abhängig von fossilen Energieträgern. So basiert aktuell 95 Prozent der Stromversorgung auf der Verbrennung von Erdgas. Solarenergie wiederum spielt aufgrund der wenigen verfügbaren Flächen nur eine untergeordnete Rolle.

Ähnliche Ideen gab es in Europa auch schon

Damit setzen Australien und Singapur eine Idee um, die so oder so ähnlich schon seit längerem existiert: Länder mit hoher Stromnachfrage und eher schlechtem Wetter importierten Solarstrom aus Staaten, in denen klimatisch günstigere Bedingungen herrschen. So gab es in Deutschland auch schon die Idee, Solarstrom aus der Sahara zu beziehen. Das groß angelegte Projekt Desertec scheiterte aber letztlich an zu vielen noch ungeklärten Fragen. Inzwischen hat sich der Fokus daher ein wenig verschoben. Nun wird darüber diskutiert, den Solarstrom aus der Wüste zu nutzen, um damit grünen Wasserstoff zu produzieren – und diesen dann nach Europa zu exportieren. Australien und Singapur verzichten hingegen auf diesen Zwischenschritt und exportieren den Strom direkt. Erweist sich das Projekt als erfolgreich, könnte es als Blaupause für andere Staaten dienen.


Via: Electrek

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