Die Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude wird seit September unter anderen von zwei Wasserstoff-Zügen bedient. Es handelt sich um die beiden ersten und bisher einzigen ihrer Art im Regelbetrieb. Nach rund 100.000 zurückgelegten Kilometern haben der Hersteller Alstom und der Betreiber, die Verkehrsbetriebe Elbe-Weser, nun ein erstes Fazit gezogen. Das Ergebnis: Bisher kam es zu keinen größeren Problemen, sodass der reguläre Zugbetrieb auch mit der neuen Antriebsform abgewickelt werden konnte. Die Strecke wurde auch deshalb ausgewählt, weil sie nicht elektrifiziert ist. Normalerweise verkehren dort daher nicht gerade umweltfreundliche Dieselloks. Die beiden Wasserstoff-Züge hingegen haben jeweils eine Brennstoffzelle auf dem Dach und tanken den benötigten Treibstoff jeweils in einer eigens errichteten Tankstelle in Bremervörde.


Copyright: Alstom

Weitere Verkehrsbetriebe wollen die Technik nutzen

Die durch den Zug produzierte Energie reicht alleine allerdings nur, um eine konstante Geschwindigkeit zu halten. Beim Anfahren und bei Strecken bergauf wird hingegen zusätzliche Kraft benötigt. Diese stellen Lithium-Ionen-Akkus zur Verfügung, die über die Rekuperation der Bremsenergie geladen werden. Entwickelt wurde der Wasserstoff Zug namens Coradia iLint von der französischen Firma Alstom. Auf der Messe Innotrans in Berlin war der Zug mit dem neuartigen Antrieb erstmals im Jahr 2016 zu sehen. Anschließend dauerte es noch rund zwei Jahre bis die ersten beiden Zügen in den Regelbetrieb eines Verkehrsunternehmens integriert wurden. Nach dem erfolgreichen Fazit im Norden Deutschlands, könnten nun aber schon bald die nächsten Auslieferungen folgen. Nägel mit Köpfen machte etwa der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der 27 Exemplare des Coradia iLint bestellte.

Der Wasserstoff-Antrieb hat Vor- und Nachteile

Über Vor- und Nachteile des Wasserstoff-Antriebs wird nicht nur bei Zügen diskutiert, sondern auch in der Automobilindustrie. Zu den Befürwortern gehört hier vor allem der japanische Konzern Toyota. Die Vorteile bestehen in der größeren Reichweite verglichen mit konventionell geladenen Akkus. Außerdem dauert der Tankstopp jeweils nur wenige Minuten. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass mit einer Brennstoffzelle zwar während der Fahrt keine Emissionen anfallen. Bisher ist dies bei der Produktion des benötigten Wasserstoffs aber durchaus noch der Fall. Außerdem ist der Bau der Infrastruktur vergleichsweise teuer: Eine einzige Wasserstofftankstelle bringt Kosten in Höhe von rund einer Millionen Euro mit sich.


Via: SN Online

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