In den 1980er Jahren machte in Deutschland der Begriff des Waldsterbens die Runde. Letztlich konnten entschiedene Gegenmaßnahmen aber dafür sorgen, dass es dann doch nicht so schlimm kam, wie anfangs befürchtet. Seitdem aber wird der Zustand des Waldes regelmäßig überwacht. Dies hat den Vorteil, dass sich aus den jährlichen Statistiken wichtige Trends ablesen lassen. Die Analyse der Daten bereitet den Forstexperten aktuell aber nur wenig Freude. So wird seit 1984 erfasst, bei wie vielen Bäumen bereits Schäden in der Krone aufgetreten sind. Dies gilt als wichtiger Indikator für die weitere Gesundheit der Gewächse. Vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, dass der Anteil der betroffenen Bäume aktuell so hoch ist wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung. Als Grund dafür benennen Experten vor allem Trockenstress – also: zu wenig Regen.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

In drei Jahren hat sich die Menge an Schadholz versechsfacht

Dies wiederum führt dazu, dass den Bäumen zusätzliche Gefahr droht. Denn der Borkenkäfer breitet sich besonders schnell aus, wenn die Pflanzen bereits anderweitig geschwächt wurden. In den letzten drei Jahren hat sich die Plage daher massiv ausgedehnt. Fielen im Jahr 2017 noch sechs Millionen Kubikmeter Holz dem Borkenkäfer zum Opfer, lag dieser Wert im Jahr 2019 bereits bei 32 Millionen Kubikmetern. Dies entspricht beinahe einer Versechsfachung des anfallenden Schadholzes. Folgerichtig veränderte sich auch die Struktur auf dem Holzmarkt. Noch im Jahr 2010 kam Schadholz nur auf einen Anteil von zwanzig Prozent am gesamten Holzeinschlag. Inzwischen ist dieser Wert auf rund zwei Drittel gestiegen. Dafür verantwortlich ist aber nicht alleine der Borkenkäfer. Vielmehr sind auch Wetterereignisse und andere Krankheiten für den Anstieg an Schadholz verantwortlich.

In ganz Deutschland fiel zu wenig Regen

Allerdings lässt sich auch hier eine gewisse Tendenz beobachten. Denn bei rund achtzig Prozent der zwangsweise gefällten Bäume handelte es sich um Nadelhölzer. Experten plädieren schon seit längerem dafür, entsprechende Monokulturen durch Mischwälder zu ersetzen. Ein solcher Umbau allerdings dauert seine Zeit. Wie so oft ist es zudem so, dass bestimmte Regionen besonders stark betroffen sind. So entdeckten die Experten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen einen verhältnismäßig hohen Anteil an Waldschäden. Dies bedeutet aber nicht, dass die Situation in den anderen Bundesländern frei von allen Sorgen ist. Denn auch dort hat es in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig geregnet. Die Voraussetzungen für Plagen wie die des Borkenkäfers sind also durchaus ebenfalls gegeben.


Via: Der Spiegel

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