Autoreifen nutzen sich mit der Zeit ab und irgendwann ist das Profil so flach, dass sie nicht mehr griffig sind. Diese Binsenweisheit stößt uns mit der Nase direkt auf ein ernstzunehmendes Problem: Der Abrieb verschwindet nicht im Nichts, sondern er gerät als Feinstaub in unsere Luft, belastet die Umwelt und den menschlichen Körper. Es wird Zeit, sich nicht nur um die Verringerung der Autoabgase zu kümmern, sondern auch diese zusätzliche Verschmutzung abzustellen.


Reifenabrieb sorgt in Europa pro Jahr für 500.000 Tonnen Feinstaub

Feinstaub aus Reifenabrieb hat erheblichen Einfluss

Bislang stand eher die Feinstaubbelastung im Fokus, die uns durch Autoabgase zuteilwird. Der Reifenabrieb war eher ein Nebenthema, doch hat er massive Auswirkungen. Beinahe die Hälfte sämtlicher Partikelemissionen unseres Straßenverkehrs sind auf ihn zurückzuführen, wir haben es also mit einer Größe zu tun, die wir nicht vernachlässigen sollten. Im Klartext heißt das nämlich: Selbst, wenn wir sämtliche Fahrzeuge elektrifiziert haben, ist der Kampf gegen die Feinstaubbelastung erst zu 50 % gewonnen. Denn Elektroautos weisen denselben Reifenverschleiß auf wie Verbrenner, sie emittieren bei jeder Beschleunigung, jedem Bremsvorgang und in jeder Kurve winzigste Partikel, die Luft und Wasser verschmutzen. 500.000 Tonnen Feinstaub kommen dabei pro Jahr in Europa zusammen, eine Zahl, die deutlichen Handlungsbedarf signalisiert.

Der Kollektor funktioniert mittels statischer Aufladung

Eine Studentengruppe in Großbritannien fühlte sich von dieser Herausforderung angesprochen und erfand einen Kollektor, der die Abriebpartikel direkt dort binden soll, wo sie entstehen: am Autoreifen. Das Gerät funktioniert mittels statischer Aufladung, es konnte in ersten Versuchen immerhin 60 % des Feinstaubs auffangen. Für ihre Erfindung, die im Rahmen eines Start-ups weiter entwickelt werden soll, erhielten die Jung-Wissenschaftler den James Dyson Award. Die Gummipartikel sind klein genug, um durch die Atmung tief unsere Lunge zu gelangen und dort Krankheiten zu verursachen. Sie finden sich aber auch in unserer Nahrungskette wieder, so besagen es verschiedene Studien. Was genau sie im Körper anrichten, kann niemand sagen, aber es gibt gute Gründe, sie endlich wieder loszuwerden.


Quelle: stern.de

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