Die Geschichte des Hybrid-Luftschiffs Airlander 10 verlief sehr wechselhaft. Zunächst wurde die Entwicklung durch das US-Militär finanziert. Dort hoffte man, die riesigen Luftschiffe zu Aufklärungszwecken in Afghanistan nutzen zu können. Doch schon im Jahr 2013 wurde das Projekt offiziell abgebrochen. Die zuvor für die Entwicklung zuständige britische Firma Hybrid Air Vehicles wollte die Idee allerdings noch nicht aufgeben und kaufte den Prototyp von den Auftraggebern zurück. Dieser absolvierte inzwischen insgesamt sechs Testflüge und stellte grundsätzlich die Funktionsfähigkeit des Ansatzes unter Beweis. Allerdings kam es auch zu zwei Unfällen, bei denen der Prototyp beschädigt wurde. Nun hat das Management entschieden: Das Pioniergerät wird nicht wieder in Dienst gestellt. Stattdessen sollen die Ressourcen auf die Entwicklung eines serienreifen Riesenfliegers konzentriert werden.


Traggas und Tragflächen sorgen gemeinsam für den Auftrieb

Ein Hybrid-Luftschiff kombiniert im Idealfall den dynamischen und den statischen Auftrieb. Oder anders ausgedrückt: Der Auftrieb wird zum einen – wie bei einem klassischen Zeppelin – durch ein Traggas erzeugt. Zum anderen kommen aber auch Tragflächen zum Einsatz wie man sie von Flugzeugen kennt. Die Befürworter dieses Ansatzes hoffen, so die Vorteile der beiden Systeme vereinen zu können. Ein großer Pluspunkt: Die Hybridvariante ist deutlich weniger windanfällig als ein klassisches Luftschiff und kann daher bestehende Start- und Landebahnen nutzen. Der Aufbau einer zusätzlichen Infrastruktur ist also nicht notwendig. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass durch die Tragflächen auch einige Fähigkeiten verloren gehen. So können die Hybrid-Luftschiffe nicht auf der Stelle schweben, sondern müssen ständig in Bewegung sein. Für den Antrieb sorgt daher ein Dieselmotor.


Die Finanzierung des Serienmodells scheint zunächst gesichert

Während der Prototyp vor allem gebaut wurde, um Erfahrungswerte beim Betrieb von Hybrid-Luftschiffen zu gewinnen, soll das Serienmodell nun deutlich stärker auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden. Den Angaben des Herstellers zufolge sollen beispielsweise bis zu sieben Tonnen Fracht transportiert werden können – und zwar mit einem deutlich niedrigeren Treibstoff-Verbrauch als bei einem Flugzeug. Ansonsten gehen die Ingenieure von Hybrid Air Vehicles aber davon aus, dass die Funktionsweise des Prototypen nicht noch einmal grundlegend überarbeitet werden muss. Finanziert werden kann die Entwicklung zumindest teilweise durch das Geld einer Versicherung. Diese zahlte rund zwanzig Millionen Pfund, weil der Prototyp bei einem Testflug beschädigt wurde. In der Vergangenheit wurde zudem Geld per Crowdfunding eingesammelt.

Via: The Guardian

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