Nach etwa sieben bis acht Jahren müssen die Batterien eines Elektroautos ausgetauscht werden. Diese sind anschließend aber nicht völlig nutzlos, sondern besitzen noch immer rund siebzig Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Für die Hersteller von Elektroautos wirft dies die Frage auf, was sie mit den zahlreichen durchaus noch brauchbaren Batterien machen könnten. Der französische Autobauer Renault arbeitet in diesem Punkt mit dem deutschen Unternehmen The Mobility House an einer interessanten Lösung: In einer eigenen Fabrik könnten die alten Batterien zu einem neuen Stromspeicher zusammengeschlossen werden. Mit einer Kapazität von 100 MW wäre dieser groß genug, um etwa 120.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Megaspeicher könnte beispielsweise genutzt werden, um Überkapazitäten im Stromnetz auszugleichen.


Auch wenn sie kein Auto mehr antreiben kann, findet sich für die alte Batterie noch Verwendung in Stromspeichern. Bild: Renault

Die Technologie wird aktuell noch im Kleinformat getestet

Bisher befindet sich dieses Projekt allerdings noch in der Studienphase. Die beteiligten Ingenieure erörtern also noch die Umsetzbarkeit und die Manager des Konzerns haben noch keine finale Entscheidung getroffen. Im Kleinen hat Renault diesen Ansatz allerdings bereits umgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Firma Powervault wurden aus alten Elektroauto-Batterien Stromspeicher für Privathaushalte gebaut. Diese kommen aktuell in rund fünfzig Häusern mit Solarpanels auf dem Dach zum Einsatz. Dort soll in einer Art Langzeittest nachgewiesen werden, dass die Stromspeicher aus alten Autobatterien genauso langlebig und effizient sind wie komplett neu produzierte. In einigen Jahren könnten die Recycling-Stromspeicher dann auf dem Massenmarkt angeboten werden.

Auch Tesla, Mercedes und Nissan produzieren Stromspeicher

Die Verwendung von alten Elektroauto-Batterien bringt zwei große Vorteile mit sich: Zum einen werden Ressourcen geschont, weil ohnehin vorhandene Produkte länger genutzt werden können. Auch der Entsorgungsaufwand kann so reduziert werden. Zum anderen ist diese Art der Produktion auch schlicht günstiger. Experten von Renault schätzen, dass die Kosten für einen Stromspeicher durch den Einsatz der alten Batterien um rund dreißig Prozent sinken können. Renault ist allerdings nicht der einzige Autobauer, der auch Stromspeicher produziert. Tesla tut dies bereits seit langem – unter anderem auf Hawaii – und auch Mercedes hat inzwischen ein entsprechendes Produkt entwickelt. Ein Stromspeicher von Nissan wiederum kommt beispielsweise im Fußballstadion in Amsterdam zum Einsatz.


Via: Treehugger

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