Wie lässt sich Knochenkrebs besiegen? Diese Frage treibt viele Forscher um, denn vor allem ältere Patienten haben bei dieser Krebsart noch immer niedrige Überlebensraten. Aber auch wenn am Ende nicht der Tod steht: Die erlittenen Bewegungseinschränkungen und Knochenbrüche erschweren das Leben für viele Erkrankte ungemein. Immerhin macht Knochenkrebs nur ungefähr 0,2 aller neuen Krebsfälle aus, und vielleicht haben die Menschen, die es demnächst trifft, deutlich bessere Chancen – dank einer neuen Therapie, die auf Nanomagneten basiert. Lässt sich Knochenkrebs durch Magnetismus zerstören? Knochentumore stoppen – und anschließend den Körper heilen Forscher aus Brasilien und Portugal haben sich zusammengetan, um herauszufinden, ob magnetische Nanomaterialien Knochentumore stoppen und den Körper anschließend heilen können. Auch andere Forscher sind schon auf die Idee gekommen, Magnetismus gegen Krebs einzusetzen, zum Beispiel durch magnetische Nanopartikel oder MRT-steuerbare magnetische Seeds. Bislang waren die Methoden aber den heute üblichen minimalinvasiven Eingriffen nicht überlegen, da sie nicht zusätzlich der medizinischen Regeneration dienten. Die jetzt im Labor getestete, neue Therapiemöglichkeit treibt hingegen auch die Heilung voran und sieht deshalb wie ein bedeutender Fortschritt aus. Apatite wandern ausschließlich in die Tumorzellen Der Fachartikel mit dem sperrigen Namen »Magnetic core-shell nanocomposites with bioactive glass coatings for hyperthermia-assisted bone cancer therapy« gibt Auskunft über die aktuelle Studie. Übersetzt lautet das Thema: »Magnetische Kern-Schale-Nanokomposite mit bioaktiven Glasbeschichtungen für die hyperthermiegestützte Knochenkrebstherapie«. Die Wissenschaftler synthetisierten magnetische Nanopartikel aus Eisenoxid und beschichteten sie mit einem bioaktiven Glas. Bei Kontakt mit simulierten Körperflüssigkeiten bildeten die magnetischen Nanokomposite sogenannte Apatite, also eine bestimmte Art von Phosphatmineralien. Diese Apatite ähneln dem anorganischen Material in unseren Knochen und lassen sich entsprechend leicht in den Körper integrieren. Die Nanopartikel dringen nicht in gesunde Zellen ein, sondern nur in den Knochentumor. Dort können die Forscher sie mittels magnetischer Hyperthermie erhitzen und so den Krebs von innen heraus verbrennen. Die bioaktive Beschichtung trägt anschließend zur Regeneration des umliegenden Gewebes bei. Wie immer ist diese Erfolgsmeldung mit Vorsicht zu genießen: Versuche am Menscheln fehlen noch, doch es ergibt sich eine spannende Perspektive – und deutlich mehr als ein kleiner Funken Hoffnung. Quelle: eurekalert.org Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter