Der „TransportBuddy“ ähnelt einem kleinen Aktenschrank auf Rädern. Tatsächlich hat er eine Funktion, die zu seinem Aussehen passt: Er transportiert ohne fremde Hilfe Akten, Briefe, Pakete und andere kleine Teile zu den entsprechenden Empfängern und bewegt sich selbst in wild durcheinander wuselnden Menschen, ohne einen von ihnen anzurempeln.


Bild: Markus Demetz/TU Wien

Künstliche Haut verhindert Verletzungen

Der kleine Transporter, entwickelt von Forschern der Technischen Universität Wien, nimmt seine Umgebung mit Hilfe eines Laserscanners und einer 3D-Kamera wahr und findet ganz von selbst passende Verhaltensregeln, um keinem Menschen in die Quere zu kommen. Eine künstliche Haut – „AirSkin“ vom TU Wien-Spin-off Blue Danube Robotics – sorgt dafür, dass auch bei nicht 100-prozentig auszuschließenden sanften Berührungen zwischen Roboter und Menschen oder leblosen Hindernissen niemand verletzt und nichts zerstört wird. Man kann ihn sogar schubsen, um ihm eine bestimmte Richtung vorzugeben.

Autonom fahrende Autos haben es leichter

Mit der Steuerung von autonom fahrenden Autos sei die des TransportBuddy ganz und gar nicht zu vergleichen, sagt Markus Bader von der Fakultät für Informatik, Mitentwickler des Roboters. Auf einer Landstraße ist die Situation relativ einfach: Es existieren eine klar vorgegebene Richtung und eindeutig gekennzeichnete Fahrstreifen“, so Bader. „Aber stellen wir uns vor, ein Roboter soll in einem gut besuchten Supermarkt etwas an die richtige Stelle bringen, oder sich den Weg durch ein belebtes Bürogebäude bahnen, um die Post an den richtigen Schreibtisch zu liefern – das ist unvergleichlich viel komplizierter.“


Roboter muss die Bewegungen von Menschen erahnen

Der Roboter muss seine Umgebung selbstständig erfassen, Hindernisse erkennen und sinnvolle Wege finden. „Das war ein hochgestecktes Ziel, das wir in unserem Forschungsprojekt erreicht haben“, sagt Bader. Es sei dem Team wichtig gewesen, völlige Autonomie zu erreichen, also auf Fahrbahnmarkierungen, Leitschienen und Barcodes zu verzichten. Vergleichsweise einfach sei es, unbewegliche Hindernisse zu erkennen und sie zu umfahren. Viel schwieriger sei es, die Bewegungen von Menschen zu erahnen.

Erste Tests waren erfolgreich

Die Praxistauglichkeit des TransportBuddy, der maximal 100 Kilogramm schleppen kann, testeten die Forscher in unterschiedlichen Umgebungen– im Lager einer großen Lebensmittelkette sowie im Freihaus, einem hochfrequentierten Universitätsgebäude der TU Wien. „Die Ergebnisse waren vielversprechend, TransportBuddy benimmt sich im Großen und Ganzen bereits so, wie wir uns das wünschen“, sagt Bader.

via TU Wien

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