Die Berliner Innenstadt ist vor allem unter der Woche von chronischen Verkehrsproblemen geplagt. Oftmals ist es deutlich schneller, einfach die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nehmen. Lange Zeit galt Berlin in diesen Bereichen zudem als vorbildlich aufgestellt. Doch dieses Bild hat sich inzwischen gewandelt. Die S-Bahn hat immer wieder mit Zugausfällen zu kämpfen und die Radinfrastruktur ist in die Jahre gekommen. So verlaufen viele Radwege einfach am Rand der Straße und sind kaum von den dort fahrenden Autos separiert. Der im letzten Jahr neu gewählte Senat möchte Berlin aber wieder als fahrradfreundliche Stadt positionieren und prüft daher den Bau neuer Radschnellwege.


Quelle: Senatsverwaltung für
Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Die erste Machbarkeitsstudie soll diesen Monat vorliegen

An der Streckenführung konnten sich in einem ersten Schritt auch die Bürger beteiligen. So veranstaltete unter anderem der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) einen Ideenwettbewerb. Dreißig Strecken wurden anschließend von der Stadtverwaltung genauer unter die Lupe genommen. Dabei spielten Kriterien wie die Reisezeit, die Umsetzbarkeit, die Zahl der potentiellen Nutzer und die Anbindung an die U- und S-Bahnlinien eine Rolle. Schließlich wurden die zwölf sinnvollsten Strecken ausgewählt. Diese werden nun in umfassenden Machbarkeitsstudien noch einmal im Detail bewertet. Bereits diesen Monat ist dabei mit einem Ergebnis zu rechnen: Dann wird sich zeigen, ob sich ein Radschnellweg auf der stillgelegten Trasse der ehemaligen Potsdamer Stammbahn realisieren lässt.

Die Wartezeiten an Ampeln dürfen dreißig Sekunden nicht überschreiten

Der Senatsverwaltung geht es zudem ausdrücklich um Radschnellwege, die vor allem Berufspendlern dienen sollen. Daher muss jede der geplanten Strecken eine Länge von mindestens fünf Kilometern und eine Breite von rund vier Metern garantieren können. Außerdem ist vorgeschrieben, dass an Kreuzungen und sonstigen Haltepunkten kein Radfahrer länger als dreißig Sekunden halten muss. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass noch in diesem Jahr zwei weitere Machbarkeitsstudien vorliegen werden. Anschließend muss dann der Berliner Senat den Bau beschließen. Eine Zustimmung gilt allerdings als sicher: Im Wahlkampf hatten die Parteien rund 100 Kilometer an neuen Radschnellwegen versprochen.


Via: City Lab

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1 Kommentar

  1. bernd lamprecht

    25. April 2018 at 09:37

    Es ist prinzipiell schön, wenn Radschnellwege entstehen.
    Wäre es jedoch nicht sinnvoller die vorhandenen Radwege erst einmal befahrbar zu machen, also zu sanieren! Und dann sollten auch die Radfahrer dazu verpflichtet werden, diese Radwege zu nutzen. Das wäre aus meiner Sicht Schritt 1!

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