Spätestens seit der Etablierung des Ackerbaus spielen fruchtbare Böden für die Entwicklung der Menschheit eine entscheidende Rolle. Forscher der ETH Zürich haben daher nun untersucht, wie sich die Situation auf globaler Ebene in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Dazu werteten sie Daten aus, die an 35 Millionen Stellen weltweit gesammelt wurden. Dabei ergab sich für die Wissenschaftler einerseits ein klares Bild: Global betrachtet gehen durch die Bodenerosion mehr fruchtbare Böden verloren als neue entstehen. Langfristig wird dadurch nicht nur der Anbau von Lebensmitteln erschwert, sondern auch die Zucht von Nutzpflanzen. Außerdem nehmen fruchtbare Böden CO2 auf und sind somit auch wichtig im Kampf gegen den Klimawandel.


Hinrich [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Die Insel Hispaniola wird unterschiedlich bewirtschaftet

Betrachtet man die Situation allerdings Land für Land, ergeben sich auch interessante Unterschiede, die durchaus Hoffnung machen können. So sind grundsätzlich natürlich Niederschläge und Wind für die Bodenerosion verantwortlich. Allerdings gibt es bestimmte Umweltfaktoren, die für einen gewissen Schutz der Böden sorgen können. Mehr Wälder und Bäume beispielsweise sorgen dafür, dass auch weniger Erdreich abgetragen wird. Sichtbar wird dies, wenn man nah beieinander liegende Länder in ähnlichen klimatischen Zonen miteinander vergleicht. Am einfachsten ist dies auf der Insel Hispaniola, die jeweils hälftig von der Dominikanischen Republik und Haiti belegt ist. Dort kamen die Forscher nach Auswertung der Daten zu dem Ergebnis, dass die Verluste an fruchtbaren Böden sehr unterschiedlich ausfallen.

Menschliches Handeln kann die Situation verbessern

So gehen in Haiti jährlich 150 Tonnen Boden pro Hektar verloren. In der Dominikanischen Republik liegt der Wert hingegen bei weniger als 30 Tonnen. Verantwortlich für diese signifikanten Unterschiede ist aber nicht nur die Vegetation vor Ort. Vielmehr spielen beispielsweise auch die Art der Landwirtschaft und die lokalen Umweltgesetze eine Rolle. Zumindest theoretisch ist es somit für die Politiker vor Ort möglich, durch konkrete Maßnahmen die Bodenerosion zumindest einzudämmen. Lernen können sie dabei oftmals von benachbarten Staaten. Denn auch in anderen Teilen der Welt gab es teilweise enorme Unterschiede zwischen eigentlich vergleichbaren Ländern. So war der Verlust an fruchtbaren Böden innerhalb der westlichen Hemisphäre in Brasilien mit am höchsten. Argentinien hingegen schnitt global mit am besten ab.


Via: FAZ

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