Die Verwendung von Palmöl ist in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten. Der Hintergrund: Die Bäume benötigen die selben klimatischen Bedingungen wie tropische Regenwälder. Aufgrund der starken Nachfrage kommt es deshalb zu einem Verdrängungswettbewerb. Verschlimmert wird die Situation durch die Tatsache, dass der Platz für neue Plantagen oft erst durch Brandrodung geschaffen wird. Dies trägt nicht nur zur Erderwärmung bei, sondern erhöht auch die Luftverschmutzung und gefährdet die Biodiversität. Gleichzeitig wächst der Markt für Palmöl aber kontinuierlich und könnte im nächsten Jahr rund 93 Milliarden Dollar umsetzen. Ein Startup namens C 16 Biosciences arbeitet aber bereits an einer umweltfreundlichen Alternative. Die Firma verspricht, aus Lebensmittelabfällen und anderen industriellen Beiprodukten synthetisches Palmöl gewinnen zu können.


Foto: Bill Gates – OnInnovation.com Interview, Flickr, OnInnovation, CC BY-SA 2.0

Zu den Investoren gehören auch Jeff Bezos und Mark Zuckerberg

Noch allerdings handelt es sich um ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Ein interessantes Investment könnte dies nun allerdings recht schnell ändern. Denn das Investmentvehikel „Breakthrough Energy Ventures“ ist federführend an einer neuen Finanzierungsrunde in Höhe von zwanzig Millionen beteiligt. Was auf den ersten Blick noch nicht besonders spektakulär klingt, gewinnt an Relevanz, wenn man weiß, wer hinter „Breakthrough Energy Ventures“ steckt: Angeführt wird die Gruppe der Investoren von Microsoft-Gründer Bill Gates. Weiter bekannte Namen sind unter anderem Jeff Bezos, Richard Branson, Jack Ma und Mark Zuckerberg. Ausreichend Expertise in Sachen Aufbau einer jungen Firma sollte nun also vorhanden sein. Auch die finanziellen Mittel sind theoretisch beinahe unbegrenzt. Nun muss die Firma allerdings auch unter Beweis stellen, dass sie tatsächlich in der Lage ist, den Versprechungen Taten folgen zu lassen.

Die Produktionskapazitäten sollen verhundertfacht werden

Das Potential von synthetisch produziertem Palmöl ist jedenfalls gewaltig. Denn verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Rohstoff inzwischen in mehr als fünfzig Prozent aller Produkte enthalten ist. Gleichzeitig sehen die Investment-Regeln von „Breakthrough Energy Ventures“ vor, dass nur Firmen unterstützt werden, die das Potential besitzen, mindestens 500 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einzusparen. Noch allerdings sind die Produktionskapazitäten des Startups eher begrenzt: Aktuell können pro Woche zehn Kilogramm synthetisches Palmöl hergestellt werden. Unter anderem durch die neuen finanziellen Möglichkeiten soll dieser Wert nun auf immerhin 1.000 Kilogramm pro Woche steigen. Langfristiges Ziel ist es dann, die synthetische Version preislich günstiger als die natürliche Variante zu gestalten. Dann könnte es gelingen, einen Großteil des Marktes zu erobern.


Via: Bloomberg Green

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