Collectix ist ein Müllsammelschiff, das auf der Werft Berky in Haaren an der Ems gebaut worden ist. Technisch verfeinert hat es der Aachener Verein „everwave“ dessen Ziel es ist, möglichst viel Plastikmüll aus Flüssen und Binnenseen zu fischen. Damit wollen die Mitglieder verhindern, dass er ins Meer gespült und dort zu gefährlichem Mikroplastik wird. Zuletzt war das Boot auf dem Stausee von Višegrad, der rekordverdächtig zugemüllt war.


Bild: Everwave

Müllanalyse mit künstlicher Intelligenz

Das Schiff, das pro Tag bis zu 20 Tonnen Müllbergen kann, fährt in die Müllinseln hinein-Förderbänder transportieren ihn in den Bauch des Schiffes. Stellen, an denen sich das Sammeln lohnt, erkundet eine Drohne, die mit einer Multispektralkamera Kamera ausgestattet ist. Sie scannt die Wasserflächen ab und schickt die Bilder zur Besatzung der Collectix. Diese speist sie in ein auf künstlicher Intelligenz basiertes Bildverarbeitungssystem ein, das die Außenstelle Oldenburg der Deutschen Forschungsgesellschaft für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt hat. Das ist ein selbstlernendes System, das durch einen Vergleich der Bilder, die mit verschiedenen Farben aufgenommen werden. An den Anteilen, die absorbiert beziehungsweise reflektiert werden, ermittelt der Auswerte-Algorithmus die Art des Plastikmülls. Das hilft beim Recycling des Abfalls.

Umweltsünder werden entlarvt

Das Auswertesystem, APLASTIC-Q genannt, kann zudem Kunststoffe von Pflanzen und Holz unterscheiden, die nicht zwingend aus Gewässern entfernt werden müssen. Im Idealfall lassen sich sogar die Verursacher großer Mengen an Plastikmüll eingrenzen, etwa Unternehmen, die ihre Abfälle vermeintlich kostengünstig entsorgen. Der Einsatz auf der Collectix soll die Datenbasis vergrößern, sodass die Analyse noch genauer wird.


Das Auswertesystem haben die DKFI-Forscher ursprünglich im Rahmen eines Weltbank-Projekts entwickelt, das auf die Bekämpfung der Plastikverschmutzung rund um die kambodschanischen Städte Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville abzielte. Die den Analysen zugrunde liegenden hochaufgelösten Bilder werden von einer Kamera aufgenommen, die an einer in sechs Metern Höhe fliegenden Drohne aufgenommen werden.

via Everwave

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