»Gaming Disorder« heißt die neue Krankheit, die ab 2022 im internationalen medizinischen Klassifikationssystem der WHO vertreten sein wird. Nicht jeder Fachmann ist damit einverstanden, dass es sich bei der Computerspielsucht um eine eigenständige Diagnose handelt. Doch wer die Augen aufhält, der entdeckt meistens doch einige Menschen um sich herum, die kaum von ihren digitalen Games lassen können. Wer neigt besonders dazu, im virtuellen Spieleland zu versinken?


Kennt ihr auch jemanden, der sich nicht von seinen Games trennen kann?

Forscher begleiteten 385 Jugendliche 6 Jahre lang

Die Computerspielsucht ist wenig erforscht, obwohl es an Untersuchungsmöglichkeiten nicht gerade mangelt. Forscher an der Brigham Young University in Utah haben sich eine Menge Zeit gelassen, um solide Studiendaten zu sammeln und sind jetzt mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen. 385 Jugendliche nahmen sie über diese lange Phase unter die Lupe, weil sie herausfinden wollten, wie häufig die Gaming Disorder auftritt und wer davon betroffen ist. Zu Beginn der Forschungen waren die jungen Leute ungefähr 15 Jahre alt, sie erhielten in regelmäßigen Abständen Fragebögen zu ihrem Spiel- und Sozialverhalten, aber auch zu ihrem Wohlbefinden.

Hauptsächlich Jungen verhalten sich problematisch

Nachdem nun alle Daten nun ausgewertet sind, können die Wissenschaftler bei 10 Prozent der Studienteilnehmer alle Anzeichen einer Computerspielsucht erkennen. Diese jungen Erwachsenen können sich kaum noch von ihren Spielen trennen, und das geht deutlich zu Lasten anderer Lebensbereiche. Ihr Sozialleben ist eingeschränkt und auch ihre psychische Gesundheit leidet. Teilweise weisen sie Anzeichen von Depressionen auf, verhalten sich aggressiv oder besonders ängstlich. Hauptsächlich sind es Jungen, deren Spiellust sich im problematischen Bereich bewegt. Auch Probanden mit einem schlecht ausgeprägten Sozialverhalten konnten sich oft nicht beherrschen und verbrachten viele Stunden mit ihren digitalen Spielen.


Bei den besagten 10 Prozent beobachteten die Forscher sogar eine Verschlimmerung über die Jahre. 18 weitere Prozent wiesen die ganze Zeit über mäßige Symptome auf, ohne dass dabei eine negative Tendenz erkennbar war. Die gute Nachricht lautet also: 90 Prozent der Computerspieler gehen ihrem Hobby auf eine Weise nach, die sich nicht einschränkend auf ihr sonstiges Leben auswirkt. Aber: Die relativ große Anzahl wirklich Abhängiger gilt es, um Auge zu behalten.

Quelle: spektrum.de

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