Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Welt in eine Krise gestürzt. Auch hierzulande gibt es Probleme, die Ausbreitung des Virus einzuschränken. Weltweit wird derzeit fieberhaft an einem Impfstoff und an Medikamenten geforscht. Die Liste entsprechender Forschungsprojekte ist lang. Bisher gibt es kein Medikament, dass zielgerichtet gegen die von dem Virus verursachte Lungenerkrankung Covid-19 hilft. Nun gibt es Hoffnung aus Japan: Ein bereits existierendes Medikament gegen Ebola zeigt vielversprechende Ergebnisse.


Kein übertriebener Optimismus

Die Rede ist von dem Wirkstoff Favipiravir des Konzerns Fujifilm Toyama Chemical. Dabei handelt es sich um ein Virostatikum, das bereits 2014 während der Ebola-Epidemie in Afrika zum Einsatz kam und seitdem unter dem Namen Avigan vermarktet wird.


In China gab es bereits klinische Tests mit 340 Covid-19-Patienten. Zhang Ximin, ein Sprecher des chinesischen Forschungsministeriums, sprach diesbezüglich von vielversprechenden Ergebnissen: „ Der Wirkstoff ist gut verträglich und zeigt eine klare Wirksamkeit.“ Patienten, die mit Avigan behandelt wurden, waren im Schnitt nach vier Tagen von der Infektion geheilt. Ohne die Behandlung dauerte es elf Tage.

Auch in Japan wird der Wirkstoff getestet. Dort wird jedoch auch vor zu viel Optimismus gewarnt. „ Wir haben Tests mit rund 80 Personen gemacht. Bei Patienten mit sehr schwerem Krankheitsbild ist die Wirksamkeit deutlich geringer„, so ein Sprecher des dortigen Gesundheitsministeriums.

Weiterhin ein großer Hoffnungsträger ist auch die Substanz Remdesivir, ein Virostatikum, das ebenfalls ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde. In der klinischen Überprüfung waren die Ergebnisse allerdings eher nicht so gut.

Auch Deutschland sucht nach einem Medikament

Auch in Deutschland wird mit Hochdruck geforscht. Wissenschaftler aus Tübingen wollen das Medikament Chloroquin um Kampf gegen Covid-19 testen, welches eigentlich ein Mittel gegen Malaria ist, aber auch gegen viele Viren wirkt. Erste Laborversuche verliefen positiv.

Laut Angaben der WHO ist in 80 Prozent der Covid-19-Fälle kein Medikament erforderlich – die Patienten erholen sich ohne besondere Behandlung. Menschen aus Risikogruppen wie ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen erleben aber unter Umständen einen schweren Verlauf. Solche Patienten werden dann behandelt wie Patienten mit schwerer Lungenentzündung.

Warten auf einen Impfstoff

Bis zur Verfügbarkeit eines wirksamen Medikaments werden unabhängig vom Wirkstoff aber noch viele Monate vergehen. Schließlich müssen Medikamente für die Behandlung einer Krankheit zugelassen werden – auch dann, wenn es sich um bereits existierende Mittel handelt.

Während ein Medikament bei der Abschwächung schwerer Verläufe helfen könnte, wäre ein Impfstoff die ultimative Waffe gegen das Virus. Bis ein solcher existiert, werden Schutzmaßnahmen wie soziale Isolation und Reisebeschränkungen das einzige Mittel haben, das uns zur Eindämmung der Pandemie zur Verfügung steht.

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