Das Ziel von Tritium-Chef David Finn ist klar: Er will die Ladezeiten von Elektroautos massiv reduzieren. Als Idealwert gilt dabei in etwa die Zeit, die heute zum tanken eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor benötigt wird. Deshalb hat das australische Unternehmen nun eine Neuentwicklung vorgestellt: Die neue Ladesäule Veefil-PK kommt auf eine Rekordkapazität von 475 Kilowatt. Zum Vergleich: Der von Porsche entwickelte High Power Charger kommt auf eine Leistung von 350 kW. Dies reicht aus, um 80 Prozent des Akkus innerhalb von nur 15 Minuten aufzuladen. Somit ist klar: Mit der neuen ultraschnellen Ladesäule lassen sich Elektroautos theoretisch tatsächlich innerhalb weniger Minuten wieder aufladen. Noch gibt es aber ein Problem: Bisher ist noch kein Auto auf dem Markt, das so eine leistungsfähige Ladesäule tatsächlich nutzen kann.


Bild: Tritium

Die Reichweite ist entscheidend für den Erfolg von Elektroautos

Der Plan der australischen Firma sieht daher vor, zunächst einige Stationen bei Gewerbebetrieben in Großbritannien zu errichten. Dort können dann E-Transporter und Lastwagen mit Elektroantrieb aufgeladen werden. Hat das System seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, dürfte es zudem nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die Autobauer nachziehen und dazu passende Fahrzeuge entwickeln. Denn noch immer gilt die vermeintlich geringe Reichweite als ein Grund, weshalb sich – unter anderem in Deutschland – viele potentielle Kunden gegen den Kauf eines Elektroautos entscheiden. Durch die flächendeckende Installation von ultraschnellen Ladesäulen hingegen könnte die Reichweite theoretisch unbegrenzt gesteigert werden. Allerdings wäre dies auch mit enormen Belastungen für das Stromnetz verbunden, sodass auch in diesem Bereich noch erheblich investiert werden müsste.

Der Porsche Taycan kommt im nächsten Jahr auf den Markt

Tritium jedenfalls hat sich in den letzten Monaten stark zu einer globalen Expansion bekannt. So wurden eigene Büros in Europa und den Vereinigten Staaten eröffnet. Die Firma sicherte sich zudem einen Auftrag des deutschen Joint Ventures Ionity und wird in Europa 100 Schnelladestationen mit jeweils sechs Ladepunkten errichten. Die Leistung der Ladesäulen wird hier allerdings noch bei maximal 350 kW liegen. Mehr ist aktuell auch nicht nötig. Erst der Porsche Taycan, der im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll, wird überhaupt in der Lage sein, die volle Kapazität der jetzt errichteten Ladestationen auszunutzen. Die erste Schnellladestation des Auftrags ist bereits in Betrieb und kann auf der A61 südlich von Bonn genutzt werden. Weitere sollen zeitnah folgen.


Via: Electrive

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