Der EM-Drive der NASA machte in den letzten Jahren einige Schlagzeilen. Es handelt sich dabei um einen revolutionären Antrieb, der quasi aus dem Nichts Vortrieb erzeugen kann. Mit Hilfe des EM-Drives könnte ein Raumschiff in nur 70 Tagen den Mars erreichen. Das Problem: Der EM-Drive verstößt gegen das Gesetz der Impulserhaltung. Lange Zeit schien es, als würde der Antrieb funktionieren, obwohl er den aktuellen physikalischen Gesetzen widerspricht. Es gab sogar erste Berichte von erfolgreichen Tests. Nun kam ein Team deutscher Wissenschaftler aber auf die Idee, nach Messfehlern zu suchen – und wurde fündig.


EMDrive
Foto: EMDrive Prototyp by NASA/Eagleworks, via NASA Spaceflight Forum

Eine sensationelle Entdeckung auf dem Prüfstand

Ein Raketenantrieb, der keinen Treibstoff benötigt, klingt eigentlich ein bisschen zu schön, um wahr zu sein. Dennoch liest man auch in der Fachliteratur bereits etwa seit der Jahrtausendwende vom EM-Drive – einem Raketenantrieb, der allein auf Mikrowellen basiert und dessen Prinzip gegen das dritte Gesetz von Newton verstößt, das auch als Wechselwirkungsprinzip bekannt ist und aus dem sich die Impulserhaltung ableitet. Trotz dieser Tatsache zeigten sogar Experimente der NASA, dass der EM-Drive eine kleine, aber nicht wegdiskutierbare Schubkraft entwickelt.

Der EM-Drive funktioniert der Theorie nach ohne Ausstoß von Materialien in die entgegengesetzte Richtung, was bedeutet, dass ein mit dem Antrieb ausgestattetes Raumschiff keinen Treibstoff transportieren müsste. Woher die vom EM-Drive produzierte Schubkraft kommt, ließ sich aber mit existierenden Naturgesetzen nicht erklären.


Ein Team rund um Martin Tajmar von der TU Dresden fand nun aber eine andere mögliche Ursache für den gemessenen Vortrieb. Es handelt sich dabei um eine Ursache, die schon mehrfach sensationelle Entdeckungen in den Naturwissenschaften auf dem Gewissen hat: Messfehler. Tajmar und sein Team arbeiten daran, eine Methodik zu entwickeln, mit der bei neuen Antriebskonzepten echte Schubkräfte von anderen, nicht erwünschten Einflüssen unterschieden werden können – und zwar präziser, als es bisher der Fall ist.

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Zuletzt aktualisiert am 20.09.2018

Nicht abgeschirmte Kabel als Fehlerquelle

Als ersten Anwendungsfall für die Methodik suchten Tajmar und sein Team sich ein exaktes Duplikat des von der NASA untersuchten EM-Antriebs auf Basis eines mkrowellengefüllten Hohlraums vor. Auch die Forscher aus Dresden maßen bei ihrem Aufbau einen Vortrieb von etwa vier Mikronewton, was etwa der Gewichtskraft eines großen Sandkorns entspricht. Diese Kraft schien aber unabhängig von der Stärke und sogar der Richtung der eingesetzten Mikrowellen zu sein, was verdächtig auf einen äußeren Einfluss hindeutet.

Diesen Einfluss suchten die Forscher, und sie fanden ihn in ein paar Zentimetern Kabel, die nicht gegen das Magnetfeld der Erde abgeschirmt sind. Der darin fließende Strom erzeugte wohl eine Kraft, die Berechnungen der Forscher zufolge die komplette gemessene Schubkraft erklären könnte. Die Arbeitsgruppe aus Dresden will den Antrieb nun mit stärkeren Feldern und Frequenzen testen, um ihre Hypothese zu bestätigen.

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    5. Juni 2018 at 22:54

    Nun, man sollte schon die ganze Geschichte kennn – und auch die Untersuchungen, welche die Funktionsweise bestätigt haben: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_18_weltraumantriebe_03.htm

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