Letztes Jahr wurde in Deutschland insgesamt weniger Strom erzeugt als im Vorjahr. Aber die Energiewende trägt Früchte: Konventionelle Energieträger haben noch einen Anteil von 53 Prozent, aber Wind hat Kohle als wichtigster Energieträger des Landes abgelöst.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Wind statt Kohle

Im letzten Jahr wurden in Deutschland 502,6 Milliarden kWh Strom erzeugt. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 5,9 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Für diesen Rückgang sei teilweise auch die Corona-Pandemie verantwortlich: Im Lockdown wird weniger Strom verbraucht.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der in Deutschland erzeugten elektrischen Energie stieg dabei von 42,3 Prozent 2019 auf 47 Prozent im Jahr 2020. Dabei hatte die Windkraft einen Anteil von 25,6 Prozent – damit hatte erstmals ein erneuerbarer Energieträger den höchsten Anteil am im Inland erzeugten Strom. Kohle wurde somit als wichtigster Energieträger abgelöst. 2020 lag der Anteil der Windenergie am Strommix noch bei 22,8 Prozent.


Konventionelle Energieträger auf dem Rückzug?

Im Vergleich zu 2019 sank der Anteil konventioneller Energieträger 2020 um 13,6 Prozent auf 53 Prozent der eingespeisten Strommenge. Der Anteil von Kohlestrom ging um 21,5 Prozent zurück und betrug 24,8 Prozent. 2019 waren es noch 28,9 Prozent – Kohle war damals der wichtigste Energieträger. Atomstrom hatte 2020 noch einen Anteil von 12 Prozent am eingespeisten Strom. Dies entspricht einem Rückgang von 14 Prozent.

Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 war der Strombedarf relativ niedrig und konnte zu großen Teilen aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. In der Konsequenz wurden viele konventionellen Kraftwerke zurückgefahren. Lediglich Erdgaskraftwerke verzeichneten einen leichten Anstieg – im Vergleich zum Vorjahr waren es 3,6 Prozent mehr. Das liegt daran, dass Erdgaskraftwerke deutlich flexibler auf Schwankungen seitens der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen reagieren können.

Die importierte Strommenge stieg im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 19,7 Prozent auf 40,1 Milliarden kWh. Dem gegenüber stand eine exportierte Strommenge von 67,0 Milliarden kWh – ein Rückgang von 8,0 Prozent.

Die Statistik des Statistischen Bundesamtes erfasst alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen im deutschen Inland. Strom aus Industriekraftwerken, der direkt in den Industrieanlagen wieder verbraucht wird, ist nicht erfasst. Auch darf die erzeugte und eingespeiste Energie nicht mit dem Stromverbrauch gleichgesetzt werden. Auf den Weg zu den Verbrauchern entstehen Netzverluste, und außerdem muss das Saldo aus Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden.

via Statistisches Bundesamt

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