Costa Rica hat knapp fünf Millionen Einwohner und wird auch als die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnet. Bereits Ende der 1940er schaffte das Land beispielsweise die Armee ab und investierte das Geld stattdessen in die Entwicklung des Bildungs- und Gesundheitswesens. Heute sorgt das Land aber vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien für positive Schlagzeilen. Vor allem Dank der Wasserkraft kann das Land nämlich inzwischen bei der Stromversorgung fast komplett auf fossile Energieträger verzichten. Tatsächlich funktioniert dies aktuell sogar sehr gut: Bereits seit mehr als 180 Tagen besteht die Stromproduktion des Landes vollständig aus nachhaltigen Quellen. Neben der Wasserkraft kommt dabei vor allem Windkraft, Photovoltaik und Geothermie zum Einsatz.


Costa Rica erzeugt sauberen Strom
Costa Rica erzeugt sauberen Strom

Costa Rica profitiert von einzigartigen klimatischen Bedingungen

Das Energie-Institut des Landes, ICE, geht davon aus, dass im Jahr 2016 der Anteil der fossilen Energieträger an der Stromversorgung des Landes lediglich bei maximal zwei Prozent liegen wird. In den kommenden Jahren soll dieser Wert dann sogar auf null sinken. Das Land profitiert dabei vor allem von zwei Vorteilen: Zum einen sind die klimatischen Bedingungen dort exzellenten für die Produktion Erneuerbarer Energien. So stammen achtzig Prozent der Stromproduktion alleine aus Wasserkraftwerken am Fluss Reventazon. Zugleich ist die Nachfrage nach Strom in Costa Rica vergleichsweise gering, weil das Land nur über wenig stromintensive Industrie verfügt. Auf Industrieländer wie Deutschland lässt sich das Erfolgsrezept aus Costa Rica also nicht komplett übertragen.

Schweden ist unter den großen Industrieländern Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien

Ein großer Problembereich bleibt zudem bestehen: Rund siebzig Prozent der Schadstoff-Emissionen in Costa Rica stammen inzwischen aus dem Verkehrssektor. Hier könnte langfristig aber der Einsatz von Elektrofahrzeugen eine Verbesserung herbeiführen. In Europa befindet sich derzeit Schweden auf einem ähnlichen Weg wie Costa Rica. Dort stammte 2013 und 2014 immerhin rund die Hälfte der Stromproduktion aus nachhaltigen Quellen. Premierminister Stefan Löfven kündigte zudem vor der UNO-Vollversammlung an, dass das Land langfristig komplett auf fossile Brennstoffe verzichten werde. In Deutschland lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion im letzten Jahr bei 32,5 Prozent.


Via: Inhabitat

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