Die Nichtregierungsorganisation „Global Witness“ wurde im Jahr 1993 gegründet und versucht seitdem, weltweit auf Missstände im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Rohstoffen und der Landwirtschaft hinzuweisen. Nun haben die Aktivisten eine erschreckende Statistik präsentiert: Alleine im vergangenen Jahr wurden 207 Umweltschützer aufgrund ihrer Tätigkeit ermordet. Am gefährlichsten ist es demnach in Lateinamerika – dort fanden rund sechzig Prozent der Morde statt. Insbesondere in Brasilien, Kolumbien und Mexiko sind die Sicherheitsbehörden nicht Willens oder in der Lage das Leben der Aktivisten zu schützen. Aber auch in anderen Teilen der Welt ist dies der Fall: So belegen die Philippinen mit 48 ermordeten Umweltaktivisten einen unrühmlichen zweiten Platz. Die von der Organisation aufbereiteten Zahlen sollen auch dafür sorgen, dass der Druck auf die jeweiligen Regierungen wächst, die Situation zu verbessern.


Regierungswechsel können für Aktivisten gefährlich sein

Gleichzeitig wurde ein bemerkenswerter Trend beobachtet. In der Vergangenheit standen die meisten Morde an Umweltaktivisten im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Bergbauprojekte. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Stattdessen bezahlten nun vermehrt Aktivisten, die sich gegen landwirtschaftliche Großprojekte engagierten, mit ihrem Leben. Woran dies genau liegt, kann natürlich nur spekuliert werden und muss von Land zu Land einzeln untersucht werden. Besonders verstörend ist auch die Zunahme von Massakern. So gab es alleine in Brasilien drei Massentötungen von indigenen Umweltschützern, die insgesamt 25 Opfer zur Folge hatten. Dies könnte auch mit einem Regierungswechsel zusammenhängen, durch den sich die Gegner der Aktivisten zu mehr Gewalt ermutigt gefühlt haben könnten. Ähnliches wird auch auf den Philippinen vermutet.


Kurzfristiger Profit kann langfristige Schäden verursachen

Grundsätzlich befinden sich die Regierungen von Schwellenländern immer in einem Spannungsverhältnis zwischen schnellen Profiten und einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Tropenholz beispielsweise ist auf dem Weltmarkt sehr gefragt und kann dringend benötigte Devisen in ein Land bringen. Wird aber zu viel davon geschlagen, schadet dies nicht nur dem Ökosystem, sondern sorgt auch dafür, dass der Wert der natürlichen Ressource Wald stark sinkt. Kahlschläge für die Landwirtschaft wiederum vermindern die Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen. Bei starken Regenfällen kommt es daher dann öfter zu Überschwemmungen, die dringend benötigte Infrastruktur beschädigen können. Auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, ist eines der Ziele von „Global Witness“.

Via: Global Witness

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