Oura ist ein Fingerring, der diverse Körperfunktionen misst und per Bluetooth an ein Smartphone überträgt. Er erfasst die unterschiedlichen Phasen beim Schlafen, die Bewegungen am Tag und in der Nacht, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur und verschiedene andere Funktionen. Diese werden mit einer App ausgewertet und in Diagrammen dargestellt, aus denen der Gesundheitszustand ersichtlich wird. Das Sensorsystem scheint auch in der Lage zu sein, Covid-19, die derzeit grassierende Krankheit, in einem Frühstadium zu erkennen.


Künstliche Intelligenz wertet Gesundheitsdaten aus

Forscher des Rockefeller Science Institute (RNI) an der West Virginia University (WVU) Medicine in Morgantown haben in Zusammenarbeit mit Oura Health eine auf künstlicher Intelligenz basierende Auswertesoftware entwickelt, die es ermöglicht, die Infektion mit dem Corona-Virus nachzuweisen, bevor Symptome sichtbar sind, also etwa drei Tage davor. Die Trefferwahrscheinlichkeit liegt nach Angaben den beteiligten Forscher bei 90 Prozent. Oura Health ist der Hersteller des Rings und im finnischen Oulu beheimatet. Der Ring selbst, also ohne Covid-19-Software, kostet gut 300 Euro.


„Die vom RNI entwickelte ganzheitliche und integrierte neurowissenschaftliche Plattform überwacht kontinuierlich das menschliche Betriebssystem, wodurch das Einsetzen von mit Covid-19 verbundenen Symptomen einer Virusinfektion genau vorhergesagt werden kann“, so Ali Rezai, wissenschaftlicher Direktor am RNI.

In erster Linie für Mitarbeiter in Gesundheitsberufen

Bei der Entwicklung haben die Forscher eng mit 600 Personen zusammengearbeitet, die in Gesundheitsberufen beschäftigt sind und mit Covid-19-Patienten in Berührung gekommen sind. Diese sollen als erste von der neuen Software profitieren. „Wir glauben, dass die Plattform für den Schutz unserer Mitarbeiter im Gesundheitswesen wichtig ist“, sagt Rezai. Um die Zuverlässigkeit des Systems weiter zu beweisen sind jetzt Tests mit 10.000 Probanden geplant.

Die Früherkennung einer Infektion bei Personen, die noch keine Symptome zeigen, könnte die Infektionskette früher als bisher durchbrechen, als die Zahl der Neuansteckungen durch Quarantäne der Betroffenen verringern.

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