Die belgische Firma Turbulent stellt ihr neuestes Produkt vor: ein Mikro-Wasserkraftwerk, dessen äußere Hülle aus jedem denkbaren zylindrischen Objekt bestehen kann. In der Mitte befindet sich eine schnell drehende Mini-Turbine als konstanter Stromlieferant, der den Fischen keinen Schaden zufügt. Das kleine Kraftwerk lässt sich auch in einer künstlichen Abzweigung neben dem energieliefernden Gewässer positionieren.


Ein Mikro-Wasserkraftwerk für den Heimbedarf? / Foto: Turbulent

Grundvoraussetzung: ein fließendes Gewässer und 1 bis 3 m Gefälle

Wind- und Sonnenenergie erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch leider erfordern beide zu Anfang relativ hohe finanzielle Investitionen und stehen nicht rund um die Uhr zur Verfügung. Passende Energiespeicher sind noch immer teuer und nicht besonders langlebig, doch mit dem neuen Wasserkraftwerk tut sich eine interessante Alternative auf: Die Anlage selbst soll laut Herstellerangaben preisgünstig zu erstellen sein, denn bis auf den eigentlichen technischen Kern müssen die Bauteile nicht unbedingt von der anbietenden Fachfirma stammen. Ihr dürft also ruhig erfinderisch werden, wenn ihr euch – vielleicht gemeinsam mit einigen Nachbarn – ein solches Kraftwerk zulegen möchtet. Zwei Dinge sind jedoch Grundvoraussetzung: ein fließendes Gewässer und die Möglichkeit, ein Gefälle von 1 bis 3 Meter zu erstellen, als Antrieb für die Turbine.

Die Anlage fügt hindurchschwimmenden Fischen keinen Schaden zu

Großformatige Wasserkraftwerke bringen hohe Kosten und zahlreiche eher negative Auswirkungen auf die umgebende Umwelt mit sich. Das neue Mini-Wasserkraftwerk jedoch soll nicht einmal den hindurchschwimmenden Fischen Schaden zufügen – und durch die Wasserverwirbelung sorgt es sogar noch für eine intensivierte Sauerstoffzufuhr. Die Installation lohnt sich besonders für abgelegene Gegenden, wo bisher umweltschädigende und verbrauchsintensive Dieselmotoren für wenige Stunden pro Tag Strom lieferten. Doch auch für Menschen, die ihre hohe Stromrechnung satthaben und mehr Autarkie und Umweltschutz anstreben, könnte sich die Investition lohnen. Inwiefern diese interessante Art der dezentralen Stromgewinnung allerdings in Deutschland erlaubt ist, steht auf einem anderen Blatt.


Das Turbulent-Prinzip kurz erklärt

Auch möglich: ein ganzes Netzwerk kleiner Kraftwerke

Das System lässt sich übrigens per App kontrollieren, die optimale Justierung erfolgt über ein lernfähiges Programm. Auch notwendige Wartungsarbeiten werden digital angekündigt. Theoretisch lässt sich auch ein ganzes Netzwerk von Kraftwerken gestalten, das die Leistungskraft eines großen, zur Energieerzeugung genutzten Damms erreicht, nur ohne den dazugehörigen Damm. Die Firma Turbulent arbeitet im Moment daran, Handelspartner und Dienstleister zu finden, die ihr kleines Kraftwerk an den Kunden bringen. Außerdem werden weitere Nutzungsmöglichkeiten erprobt.

Quelle: http://www.turbulent.be/

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2 Kommentare

  1. Teri

    27. Februar 2018 at 10:01

    Geiles Teil, ich bin mir aber sehr sicher vor 5 Jahren schon ein Youtube-Video eines Schweizer Unternehmens mit eben dieser Technik gesehen zu haben.
    Wäre toll wenn ich die endlich mal an einem Bach oder Fluss sehen würde.
    Viele Grüße

  2. Achmed Khammas

    1. März 2018 at 18:39

    Die Technologie hat Vorläufer – die auch schon die eine oder andere Anlage umgesetzt haben. Siehe hier: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_06_02_wasser_geschichte_wasserkraft_2.htm#Zotloeterer

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