Viele Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor dürfen sich mit dem „E“ auf dem Nummernschild schmücken. Sie genießen einige Vorteile im Straßenverehr und ihre Käufer werden mit Umweltprämien belohnt. Jetzt haben das ifeu- Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, das Öko-Institut in Freiburg und Transport & Environment in Brüssel in einer Studie für das Bundesministerium für Umwelt herausgefunden, dass viele dieser Hybridautos mehr Kohlendioxid ausstoßen als Fahrzeuge mit modernen spritsparenden Verbrennungsmotoren. Das gelte vor allem bei Dienstwagen, die meist besonders schwer sind und daher mehr Energie benötigen, um voranzukommen.


Symbolbild

Elektrobetrieb liegt weit unter Plan

Efeu-Mitarbeiter Julius Jöhrens erklärt den scheinbaren Widerspruch so. Die Emissionsberechnungen der Typgenehmigungen gingen meist davon aus, dass die Fahrzeuge 75 Prozent der Strecke im Elektromodus zurücklegen. Das stimmt in der Praxis nicht. Privat genutzte Hybridfahrzeuge kämen auf einen Anteil von 50, Dienstwagen nur auf magere 15 Prozent. Der Grund dafür: Der Elektromotor hat bei den meisten Plug-In-Hybriden nur einen Anteil von etwa einem Drittel an der maximalen Motorleistung. Vor allem bei höheren Anforderungen, etwa beim flotten Beschleunigen, kann er allein nicht genügend Antriebskraft liefern. „Infolgedessen wird der Verbrennungsmotor in dynamischen Fahrsituationen oftmals zusätzlich aktiviert, auch wenn dies aufgrund des Ladezustands der Batterie nicht notwendig wäre“, so Jöhrens.

Batterien werden nicht regelmäßig geladen

Die Bilanz ist außerdem so schlecht, weil viele Fahrzeugbesitzer die Batterien nicht regelmäßig aufladen. Beim Fahrtantritt ist der Akku, der ohnehin nur für meist 50 Kilometer Elektrobetrieb ausgelegt ist, dann schnell leer. Werden die Batterien ausschließlich während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor aufgeladen steigt der Spritverbrauch, sodass noch mehr Kohlendioxid emittiert wird. Das Team um Jöhrens stellte fest, dass die Kohlendioxidemissionen um 100 bis 270 Prozent über den Werten liegen, die die Typgenehmigung vorgibt.


Emissionen könnten sich verdreifachen

„Bei unveränderter Förderung laufen wir Gefahr, über viele Jahre hinaus eine große Menge an Plug-in-Hybridfahrzeugen mit sehr geringer realer elektrischer Reichweite im Bestand zu haben“, warnt Jöhrens. Geht man von den Herstellerangaben aus, emittieren 2030 alle Hybridfahrzeuge in Deutschland 2,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Bleibt der elektrisch gefahrene Anteil bei den Hybriden aber so niedrig wie heute, könnten weitere 4,3 Millionen Tonnen dazu kommen, so die Forscher.

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