In der israelischen Wüste Negev scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne. Das Gebiet eignet sich somit optimal zur Erzeugung von Solarstrom. Gleichzeitig sind viele israelische Hightech-Firmen weltweit führend bei der Entwicklung neuer und effizienterer Solarmodule. Dennoch spielt die Sonne im Energiemix des Landes bisher nur eine untergeordnete Rolle. Die Regierung setzte stattdessen lange Zeit auf den Import fossiler Energieträger. Doch dies ändert sich nun. In einem Modellprojekt in der Wüste Negev wurde ein 240 Meter hoher Solartower errichtet. Dieser ist von 50.000 Spiegeln umgeben, die das Sonnenlicht gezielt auf einen Punkt an der Spitze des Turmes leiten. Dort wiederum wird Wasser erhitzt, wodurch Dampf entsteht, der dann eine Turbine antreibt.


© BrightSource Energy

Weitere Projekte könnten zeitnah folgen

Insgesamt erstreckt sich die Anlage über eine Fläche von drei Quadratkilometern. Auch die weiteren Zahlen lesen sich durchaus beeindruckend. So soll ausreichend Strom produziert werden, um damit 150.000 Haushalte zu versorgen. Dies wiederum bringt CO2-Einsparungen in Höhe von 110.000 Tonnen jährlich mit sich. Außerdem soll die Anlage auch in der Lage sein, den frisch produzierten Strom zunächst vor Ort zu speichern und erst später ins Netz einzuspeisen. Auf diese Weise kann der Solarstrom beispielsweise auch Nachts verbraucht werden. Für die Netzbetreiber stellt dies eine wichtige Entlastung dar. Verläuft der Betrieb des weltweit größten Solartowers auch weiterhin erfolgreich, plant die Regierung, zeitnah weitere Projekte dieser Art zu realisieren.

Die Regierung will die Abhängigkeit von Importen reduzieren

Denn inzwischen hat Israel eine Art eigene kleine Energiewende ausgerufen. So soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch des Landes bis zum Jahr 2020 auf immerhin zehn Prozent steigen. Der Hintergrund ist allerdings nicht alleine der Kampf gegen den Klimawandel. Vielmehr hofft die Regierung, so weniger abhängig von teuren Importen aus dem Ausland zu werden. Zusätzlich sollen deswegen auch neu entdeckte Gasvorkommen vor der Küste des Landes ausgebeutet werden. Interessant ist, dass Israel es beim Trinkwasser tatsächlich gelungen ist, vom Importeur zum Selbstversorger zu werden. Werden die energieintensiven Entsalzungsanlagen zukünftig mit sauberem und preiswertem Solarstrom betrieben, könnten sich zudem noch mehr solcher Anlagen rechnen.


Via: Israel Today

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