Das fossile Energiezeitalter hat Saudi-Arabien reich werden lassen. Über kurz oder lang wird dieses Geschäftsmodell aber an seine Grenzen stoßen. Denn Erdöl und Erdgas sind für einen nicht unerheblichen Teil der Klimaemissionen verantwortlich. Immer mehr Staaten suchen daher fieberhaft nach Alternativen. Mittelfristig dürfte daher auch die Nachfrage nach fossilen Energieträgern aus Saudi-Arabien stark sinken. Das Land reagiert darauf mit einer mehrgleisigen Strategie. Zum einen will das Land die Erneuerbaren Energien stark ausbauen. Zukünftig soll immerhin die Hälfte des eigenen Stromverbrauchs auf nachhaltige Art und Weise gedeckt werden. Zusätzlich soll die Solarenergie auch ausgebaut werden, um damit grünen Wasserstoff zu produzieren. Dieser soll dann unter anderem über eine Pipeline nach Deutschland transportiert werden. Das Ziel dabei ist klar: Saudi-Arabien will zum größten Wasserstoff-Exporteur der Welt werden.


white co2 on cloudy sky – 3d illustration

Vermeintlich grünes Erdöl soll das Klima nicht belasten

Doch ganz von der Erdölförderung will das Land auch nicht lassen. So soll die Förderkapazität sogar von aktuell 12 Millionen Barrel Öl pro Tag auf dreizehn Millionen Barrel steigen. Demzufolge dürfte Saudi-Arabien auch zukünftig der weltweit größte Erdölexporteur bleiben. Allerdings hat das Land sich einen Trick überlegt, um auch weiterhin ausreichend Abnehmer zu finden. So will man grünes Erdöl verkaufen. Die Natur kann allerdings auch das saudische Königreich nicht verändern: Das Erdöl bleibt natürlich auch weiterhin ein fossiler Energieträger, bei dessen Verbrennung CO2-Emissionen entstehen. Die saudische Ölfirma Saudi Aramco verspricht allerdings, im Gegenzug mindestens so viel CO2 wieder einzufangen und zu speichern. Genutzt werden sollen dafür bereits ausgebeutete Öl- und Gaslagerstätten. Die dafür notwendige Technologie steht bereits zur Verfügung. In einem ersten Schritt sollen nun in einem ehemaligen Ölfeld unter dem Wüstensand rund 800.000 Tonnen CO2 gespeichert werden.

Klimaschützer sehen die Pläne eher kritisch

Theoretisch lässt sich das CO2 aber auch direkt für die Ölförderung nutzen. Dabei wird das Gas in ein Ölfeld gepresst, wodurch sich das schwarze Gold leichter an die Oberfläche befördern lässt. Positiver Nebeneffekt: Ein Großteil des CO2s verbleibt unter der Erde. Ein Teil des eingefangenen CO2s kann zudem auch in verschiedenen Industrieprozessen genutzt werden – etwa bei der Herstellung von Kunststoffen oder Beton. Auch hier will Saudi-Arabien zukünftig eine Vorreiterrolle einnehmen. Ein interessantes Projekt in diesem Zusammenhang: Lastwagen, die immerhin rund die Hälfte der selbst verursachten Emissionen wieder einfangen und vorübergehend speichern. Umwelt- und Klimaschützer sehen solche und ähnliche Projekte allerdings mit einer gewissen Skepsis. Sie warnen davor, die CO2-Speicherung als einfachen Ausweg im Kampf gegen den Klimawandel zu betrachten. In erster Linie müsse es auch zukünftig darum gehen, die Emissionen zu reduzieren.


Via: Handelsblatt

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